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Köln: Verfolgte Attentäter Explosion vor Ort?

Köln : Verfolgte Attentäter Explosion vor Ort?

Der Nagelbombenleger von Köln hat die verheerende Wirkung seines Sprengsatzes wahrscheinlich in unmittelbarer Nähe des Tatorts verfolgt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte der Funksender, mit dem die Bombe gezündet wurde, eine Reichweite von wenigen hundert Metern. „Der Täter muss sich in dem Bereich noch aufgehalten haben und die Explosion mindestens akustisch wahrgenommen haben”, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Wolf am Dienstag in Köln.

Auch am sechsten Tag nach dem Bombenanschlag kamen die Ermittler bei ihrer Suche nach den Tatmotiven keinen Schritt weiter. Bei dem Anschlag in einer überwiegend türkischen Wohn- und Geschäftsstraße in Köln-Mülheim waren 22 Menschen verletzt worden.

Mittlerweile gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass der per Fahndungsplakaten gesuchte blonde Mann mit dem Fahrrad nicht nur ein Zeuge, sondern möglicherweise der Täter war. Der Mann im Alter von rund 30 Jahren wurde gesehen, als er ein silbergraues Fahrrad am Tatort vor einem Friseurladen abstellte, kurz bevor die Bombe in Mülheim detonierte.

Den Sprengsatz - eine Gasflasche, Schwarzpulver, ein Funkempfänger und Nägel - hatte der Attentäter per Funk gezündet. Dabei benutzte er den Ermittlern zufolge einen Sender in der Art einer Fernsteuerung für Modellautos oder -schiffe.