Düsseldorf: Verbrecherjagd mit 250.000 Funkimpulsen

Düsseldorf: Verbrecherjagd mit 250.000 Funkimpulsen

Mit mehr als einer viertel Million Funkimpulsen auf die Handys mutmaßlicher Verbrecher hat die NRW- Polizei im vergangenen Jahr nach deren Aufenthaltsort geforscht.

Ziel dieser sogenannten stillen SMS waren 2644 Mobilfunkanschlüsse, wie aus der Antwort des Innenministers auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervorgeht.

„Stille SMS” sind auf dem Empfänger-Handy nicht zu bemerken. Im Funknetz werden sie jedoch registriert, was Ermittler zur Ortung des jeweiligen Handys nutzen können. Innenminister Ralf Jäger (SPD) betonte in der Antwort, dass diese Methode nur bei dem Verdacht auf schwere Straftaten und nach richterlicher Genehmigung angewendet werden darf.

Die 255.784 Ortungsimpulse des vergangenen Jahres sind deutlich weniger als im Jahr zuvor. Da wurden 320.811 „stille SMS” verschickt. Vorher war die Zahl von Jahr zu Jahr gestiegen. Die Landtagsabgeordnete der Linken Anna Conrads verlangte am Dienstag eine gesellschaftliche Debatte über die polizeiliche und geheimdienstliche Nutzung der „digitalen Spionagewerkzeuge”.