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Münster ist Spitzenreiter: Väteranteil beim Elterngeld steigt langsam

Münster ist Spitzenreiter : Väteranteil beim Elterngeld steigt langsam

Langsam wächst der Anteil der Väter, die nach einer Geburt für einige Monate zu Hause bleiben und Elterngeld erhalten. Aber er liegt immer noch unter einem Viertel. Und Väter kehren meist früher in den Job zurück als ihre Frauen.

Im Jahr 2021 sind in Nordrhein-Westfalen etwas mehr Väter nach der Geburt von Kindern zu Hause geblieben und haben zum Ausgleich für Einkommenseinbußen Elterngeld erhalten. Der Väteranteil bei der staatlichen Leistung wuchs von 22,9 Prozent 2020 auf 23,4 Prozent im vergangenen Jahr, wie das Statistische Landesamt IT.NRW am Mittwoch mitteilte. Knapp 96.000 Väter hätten in NRW im vergangenen Jahr die Leistung bekommen – etwa 2500 mehr als im Vorjahr, teilte die Behörde anlässlich des Vatertages am 26. Mai mit.

Dabei trauen sich die Männer aber weiterhin deutlich kürzer von ihren Arbeitsplätzen weg als die Frauen: Die NRW-Väter hätten 2021 im Schnitt 4,2 Monate lang den Bezug von Elterngeld geplant, hieß es in der Statistik. Bei Frauen lag die durchschnittliche geplante Bezugsdauer von Elterngeld bei 15 Monaten (2020: 14,9 Monate).

Am höchsten war der Anteil der Väter mit Elterngeld mit 31,9 Prozent in Münster, gefolgt vom Kreis Coesfeld (29,2 Prozent) und Bonn (28,3 Prozent). Die niedrigsten Väteranteile gab es mit 13,3 Prozent in Gelsenkirchen, in Duisburg (17,1 Prozent) und in Remscheid (17,8 Prozent).

In der Region lag nur die Städteregion Aachen über dem NRW-Durchschnitt. Dort lag der Anteil der Väter mit Elterngeld bei 24 Prozent im Jahr 2021. Die geplante Dauer des Elterngeldbezugs war mit 4,8 Monaten ebenfalls überdurchschnittlich. Im Kreis Heinsberg waren 20,1 Prozent der Elterngeldbezieher Väter für eine Zeit von durchschnittlich 3,9 Monaten. Das Schlusslicht der Region ist der Kreis Düren mit einem Anteil von 20 Prozent. Auch dort planten Väter eine Bezugsdauer von 3,9 Monaten.

Das Elterngeld fängt fehlendes Einkommen auf, wenn Eltern nach der Geburt für ihr Kind da sein wollen und deshalb ihre berufliche Arbeit unterbrechen oder einschränken. Den Eltern stehen gemeinsam insgesamt 14 Monate Basiselterngeld zu, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen. Sie können die Monate frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen.

Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich des wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. Neben dem Basiselterngeld gibt es ein verlängertes Elterngeld Plus, das sich vor allem an Eltern richtet, die während des Leistungsbezuges wieder in Teilzeit arbeiten wollen, sowie einen Partnerschaftsbonus.

(red/dpa)