Köln: Urteil im Prozess wegen versuchter Tötung auf Verlangen erwartet

Köln: Urteil im Prozess wegen versuchter Tötung auf Verlangen erwartet

In Köln wird am Mittwoch das Urteil im Prozess gegen einen 44-jährigen Mann erwartet, der auf der Intensivstation einer Klinik bei seiner Schwiegermutter medizinische Geräte abgeschaltet hatte.

Der Maurer hatte damit die Patientenverfügung der 82-jährigen Frau durchsetzen wollen. Vor dem Landgericht muss er sich nun wegen versuchter Tötung auf Verlangen verantworten.

Der Vorfall ereignete sich laut Staatsanwaltschaft am 29. Juni vergangenen Jahres, rund drei Monate vor Inkrafttreten des neuen, bundesweit geltenden Patientenverfügungsgesetzes. Nach Angaben der Anklagevertretung war die 82-jährige Schwiegermutter des Angeklagten drei Tage vor der Tat mit einer Lungenentzündung in das Kölner St. Franziskus-Hospital eingeliefert worden. Als sich der Zustand der Patientin verschlechtert habe, wurde sie auf die Intensivstation verlegt und dort an lebenserhaltende Geräte angeschlossen.

Der Angeklagte soll einige der medizinischen Geräte eigenmächtig abgeschaltet haben. Das Pflegepersonal konnte den Mann überwältigen und daran hindern, weitere Geräte abzuschalten. Die Seniorin starb nur wenige Stunden nach dem Vorfall an der Lungenentzündung. Das vorübergehende Abschalten der Geräte war einem Obduktionsbericht zufolge nicht die Ursache für den Tod.

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