Aachen/Eschweiler: Urteil gegen Nazi-Verbrecher ist rechtskräftig

Aachen/Eschweiler: Urteil gegen Nazi-Verbrecher ist rechtskräftig

Der 2. Strafsenat beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) hat die Verurteilung des 89-jährigen Nazi-Verbrechers Heinrich Boere bestätigt. Boere war am 23. März dieses Jahres wegen Mordes in drei Fällen begangen an niederländischen Zivilisten in Limburg vom Aachener Schwurgericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Der SS-Mann Boere gehörte ab 1944 dem „Sonderkommando Feldmeijer” der „Germanischen SS” an. Der heute in einem Eschweiler Altenheim lebende Boere wurde für drei Fememorde der „Aktion Silbertanne”, 1944 begangen in Breda und Wassenaar, bereits 1949 in Amsterdam zum Tode verurteilt. Er war zuvor aus der Haft in Limburg nach Eschweiler geflohen.

Der Dortmunder Staatsanwalt Andreas Brendel, der in Aachen mit seinem Kollegen Ulrich Maaß die Anklage vertrat, äußerte sich am Montag zufrieden über die Karlsruher Entscheidung. Jetzt werde von Aachen aus die Strafvollstreckung eingeleitet, sagte Brendel. Boeres Anwälte hatten gegen das Urteil Widerspruch erhoben. Sie argumentierten, man könne nicht zwei Mal für dieselbe Tat verurteilt werden. Boere klagte bereits im Prozess über Herzprobleme, ob er überhaupt in Haft kommt, bleibt ungewiss.