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Unwetter: Unterricht an Schulen fällt ab 11.30 aus

Unwetterlage : Unterricht an Schulen in der Region fällt aus

Die Bezirksregierung Köln hat festgelegt, dass seit 11.30 Uhr kein Unterricht mehr stattfinden soll. Betroffen sind auch die Schulen in unserer Region. Kitas bleiben geöffnet.

Die Bezirksregierung Köln hat die Schulen in ihrem Zuständigkeitsgebiet am Freitagmorgen informiert, dass spätestens ab 11.30 Uhr kein Unterricht in Präsenz mehr stattfinden soll. Betroffen sind auch die Schulen in der Städteregion Aachen, dem Kreis Düren und dem Kreis Heinsberg. Viele Schulen meldeten den Eltern am Vormittag, dass die Kinder abgeholt werden müssen. Die vorzeitige Schulschließung betrifft sowohl die Grund- als auch die weiterführenden Schulen. Für die Kitas entscheidet der jeweilige Träger, wie sie auf die Wetterlage reagieren. Unserer Zeitung ist bislang keine Kita bekannt, die schließt. Die Kinder können aber jederzeit abgeholt werden. In der Stadt Aachen müssen alle seit 11.30 Uhr drinnen bleiben.

Der Deutsche Wetterdienst warnt für den heutigen Tag vor einer Unwetterlage. Die Schulabteilung der Bezirksregierung Köln hat daher festgelegt, dass das Unwetter einen geordneten Unterrichtsbetrieb in Präsenz ohne eine Gefährdung von Schülerinnen und Schülern in Teilen des Regierungsbezirks Köln ab dem späten Vormittag nicht weiter zulässt.

Ausgenommen von der Regelung sind laut der Mitteilung schriftliche Nachschreibprüfungen im Abitur sowie Prüfungen in den Berufskollegs. Schulleitungen könnten die Entscheidung treffen, mündliche Prüfungen auf einen anderen Tag zu verschieben.

Bei Bedarf seien Schulgebäude so lange offen zu halten, bis ein sicherer Heimweg möglich ist. Die Schulen müssen vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler solang betreuen.

„Das setzt berufstätige Eltern enorm unter Druck, die Unwetterwarnungen waren gestern schon bekannt, das hätte man früher entscheiden können“, kritisiert eine Mutter aus Gey und steht damit bestimmt beispielhaft für viele Eltern. „Jetzt allen Eltern mitzuteilen, dass sie ihre Kinder bis 11.30 Uhr abholen müssen, ist schon sehr kurzfristig.“ Sie habe das Glück, derzeit in Elternzeit und damit flexibel zu sein. Für alle, die eigentlich arbeiten müssten und nun gegebenenfalls sogar an mehreren Schulen ihre Kinder einsammeln müssten, sei das aber eine äußerst schwierige Situation, die nach der Pandemie einmal mehr zeige, wie wenig Sensibilität es für dieses Thema gebe.

Es gibt auch Gegenstimmen: „Es ist durchaus sinnvoll, bei solchen Wetterlagen auf Nummer sicher zu gehen und die Schulen früher zu schließen“, sagt ein Vater der Redaktion, auch wenn das für Eltern organisatorischen Aufwand bedeute. „Man muss sich nur mal ausmalen, wie groß der Aufschrei wäre, wenn Kindern in der Schule oder auf dem späteren Heimweg etwas passieren würde.“

Nicht nur die Eltern mussten am Freitagmorgen ihre Planungen umwerfen, auch für die Schulleitungen bedeutet eine so kurzfristige Entscheidung der übergeordneten Behörden Aufwand: „Wir planen aktuell mit den Busunternehmen, dass die Schulbusse entsprechend früher fahren“, erklärt Carsten Engelmann, Schulleiter am Gymnasium in Kreuzau. Das sei aber nicht in allen Fällen möglich, die Busse seien ja auch anderweitig eingeplant. Schulen im ländlichen Bereich mit entsprechend großem Einzugsbereich seien meist nicht in den Linienverkehr eingebunden und so könnten Schüler nur nach Hause gelangen, in dem die Busse zu anderen Zeiten fahren oder Schülerinnen von Angehörigen abgeholt werden könnten. „Es ist aber gewährleistet, dass alle Kinder betreut werden, wenn sie nicht bis 11.30 Uhr abgeholt oder mit dem Bus nach Hause können.“

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Das Schulzentrum Hückelhoven hat seine Schülerinnen und Schüler bereits um 11.20 Uhr aus dem Unterricht entlassen. Alle sollen vor dem Sturm sicher nach Hause kommen.

Zu rechnen ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zunächst mit einzelnen Gewittern mit Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter pro Stunde. Auch stürmische Böen um 70 Kilometer pro Stunde und kleinkörniger Hagel seien möglich, teilte der DWD am Freitagmorgen mit.

Im Laufe des Tages zeige sich dann im Land verbreitet zunehmendes Gewitter- und auch Unwetterpotenzial. Gebietsweise könne es zu heftigem, punktuell auch zu extrem heftigem Starkregen mit bis zu 60 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit kommen. Größerer Hagel mit einer Korngröße von drei Zentimetern im Durchmesser und teils schwere Sturmböen um 95 Kilometer pro Stunde seien möglich, lokal auch Orkanböen um 120 km/h (Windstärke 12). Die Meteorologen schließen auch vereinzelte Tornados nicht aus.

(smb/red)