Tag 7 im Hambacher Forst: Unterschriften-Aktion gegen Rodung, Aktivist festgenommen

Tag 7 im Hambacher Forst : Unterschriften-Aktion gegen Rodung, Aktivist festgenommen

Im Hambacher Forst haben Demonstranten am Mittwoch eine Sitzblockade mit etwa 40 bis 50 Leuten gebildet. Dies teilte die Polizei am Morgen mit. Im Laufe des Tages soll die Räumung des Waldes weitergehen. Zwischenfälle habe es in der Nacht nicht gegeben.

Am Dienstagabend musste die Polizei einen Mann von einem Baum retten der sich ohne Sicherungsseil in einer Baumkrone aufgehalten hatte. Zwischenzeitlich entstand der Eindruck, dass der Mann Suizidgefährdet ist. Der Aktivist hatte sich geweigert, herunter zu klettern. Nachdem Suizidabsichten des Mannes ausgeschlossen werden konnten, haben Polizeibeamte den Mann mit einem Hubwagen aus der Baumkrone runter geholt. Nach einem medizinischen Check wurde der Mann in Gewahrsam genommen.

Am späten Dienstagnachmittag musste die Polizei einen für die Räumung bereitstehenden Wasserwerfer einsetzten. Allerdings richtete sich der Einsatz nicht gegen die Demonstranten, sondern gegen ein Feuer.

Im sogenannten Wiesencamp in der Nähe des Waldes war am Dienstag ein Stoppelfeld in Brand geraten. Das Feuer habe schnell gelöscht werden können, weil der Wasserwerfer die Löscharbeiten übernommen habe, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch. Die Feuerwehr machte nur noch Nachlöscharbeiten. Wie der Brand ausgelöst wurde, konnte bislang noch nicht geklärt werden.

Außerdem wurden am Dienstag 16 Menschen festgenommen und 11 in Gewahrsam genommen. Ein Mensch erhielt ein Bereichsbetretungsverbot, welches längerfristig gültig ist. Gegen 20 Personen wurden Platzverweise ausgesprochen.

Unterschriften gegen Rodung

Mit mehr als 500.000 Unterschriften wollen Umweltschützer die NRW-Landesregierung dazu bringen, die geplante Rodung im Braunkohlerevier Hambacher Forst zu stoppen. BUND, Campact und Greenpeace wollen die im Internet gesammelten Unterschriften am Donnerstag um 9.45 Uhr an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übergeben. Man werde den Protest unter dem Motto „Armin lasset“ für die Erhaltung des Waldes und ein Ende des Kohleabbaus vor den Landtag tragen, teilten die Umweltorganisationen am Mittwoch mit.

Die Staatskanzlei erklärte, Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) werde den Termin wahrnehmen. Um an die Pflanzenvielfalt im Wald zu erinnern, wollen die Demonstranten bis zu 15 Bäume aus Karton aufbauen.

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