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Köln/Aachen: Unpünktliche Züge: Situation bleibt noch für Jahre prekär

Köln/Aachen : Unpünktliche Züge: Situation bleibt noch für Jahre prekär

Erst im Sommer werden Bahnkunden wissen, wann es endlich grundsätzlich besser werden könnte mit der Pünktlichkeit ihrer Züge. Denn dann stehen nach Angaben des Nahverkehrs Rheinland (NVR) die ersten Zeitpläne zur Erweiterung des Bahnknotens Köln und damit ist klar, wann die ersten Arbeiten fertig sein könnten.

„Es steht und fällt alles mit der Beseitigung der Engstelle dort“, sagte Benjamin Jeschor, NVR-Sprecher, am Freitag zu den wenig erfreulichen Daten der Zugverspätungen im Regionalverkehr. Klar aber ist für ihn: „Es wird noch einige Jahre dauern.“

2017 gab es auf vielen Strecken Verspätungen. Foto: Heinen

So lange werden die Bahnkunden sich offenbar mit der Situation anfreunden müssen, dass die stark genutzten Pendlerzüge nach Köln, RE1 und RE9, 2017 im Durchschnitt aller Fahrten knapp viereinhalb beziehungsweise knapp zweieinhalb Minuten zu spät kamen. Diese beiden Linien sind unmittelbar von der Engstelle in Köln betroffen. Kommt ein Zug zu spät aus dem Osten vor den Bahnknoten und muss dann noch einen bevorzugten Fernzug durchlassen, summieren sich die Verspätungen schnell auf. Von der Engstelle sind auch die drei S-Bahnlinien Richtung Düren (12, 13, 19) betroffen, die erstmals alle drei im Schnitt über eine Minute Verspätung aufweisen (1,16; 1,10; 1,27). Zur Erweiterung des Bahnknotens gehören auch weitere S-Bahn-Gleise.

Aber auch die Strecke zwischen Aachen und Düsseldorf ist Unpünktlichkeit betroffen: RE4 und RB33 kamen im Schnitt knapp dreieinhalb beziehungsweise gut drei Minuten zu spät.

Warum die Euregiobahn 2017 plötzlich eine Verspätung von 1,13 Minute aufweist, war am Freitagnachmittag nicht zu klären. Die Rurtalbahn — pünktlichste Linie — fährt auf ihren eigenen Gleisen.

Am Ende sei für die gestiegene Unpünktlichkeit der von der Deutschen Bahn betriebenen Linien neben dem Engpass bei Köln das Zusammenspiel mehrerer Gründe verantwortlich: die Schäden durch Sturmtiefs wie „Thomas“, die Trassenkonflikte, vor allem aber auch die Vielzahl der Baustellen im Bahnnetz. Es müsse investiert werden, sagte Jeschor, aber die DB habe bis vor kurzem zu kurzfristig informiert, um Baustellen aufeinander abstimmen zu können — das habe sich in den letzten Monaten aber geändert.

Ob auch der — vertragswidrige — Einsatz von zu kurzen Zügen durch die DB, wie jüngst der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bemängelt hatte, verantwortlich für Verspätungen ist, ist für das Gebiet des NVR erst im Sommer klar: Dann wären die Daten fürs Rheinland ausgewertet, sagte Jeschor.