Unfall auf A4: Sattelschlepper bei Eschweiler umgekippt

Lkw-Fahrer hatte 2,3 Promille : Sperrung auf Autobahn 4 nach Unfall wieder aufgehoben

Betrunken Kontrolle verloren: Sattelschlepper verunglückt auf A4

Weil ein Lastwagen auf der A4 bei Eschweiler umgestürzt ist, wurde die Autobahn rund elf Stunden lang voll gesperrt. Der Silo-Sattelschlepper blockierte alle drei Fahrspuren – der Fahrer war betrunken.

Der Unfall ereignete sich nach Angaben eines Sprechers der Autobahnpolizei Köln gegen 13.15 Uhr kurz hinter der Auffahrt Eschweiler-Ost in Fahrtrichtung Köln. Das Fahrzeug kam nach rechts in den Grünstreifen ab, geriet ins Schleudern und prallte dann gegen die Betonschrammwand zwischen den Fahrspuren. Warum genau der Fahrer die Kontrolle über den schweren Lastwagen verlor, war zunächst nicht klar. Andere Fahrzeuge waren offenbar nicht betroffen.

Weil das auf der Seite liegende Fahrzeug sämtliche Spuren blockierte, musste die A4 voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde ab Eschweiler-Ost umgeleitet. Die Sperrung der Autobahn wurde gegen Mitternacht wieder aufgehoben, teilte ein Sprecher der Autobahn am Mittwochmorgen auf Nachfrage mit.

Der sich bildende Rückstau reichte auf der Autobahn bald bis über das Aachener Kreuz hinaus bis zurück nach Aachen-Zentrum. Ab 15 Uhr waren auch die A544 bis Aachen-Rothe Erde und die A44 bis Aachen-Lichtenbusch betroffen. Auf der A44 fuhr am Abend zwischen der Anschlussstelle Brand und dem Aachener Kreuz ein Auto auf das Stauende auf. Ein Fahrer musste anschließend von der Feuerwehr aus seinem Wagen herausgeschnitten werden.

Der Unfall ereignete sich in Sichtweite des Kraftwerks Weisweiler in Fahrtrichtung Köln. Foto: Ralf Roeger

Auf den Landstraßen der Umgebung bildeten sich ebenfalls längere Staus. Auch in der Innenstadt von Eschweiler, einer beliebten Ausweichroute, standen die Autos bald Stoßstange an Stoßstange.

Der Silozug hatte Harnstoff in den Tanks, von denen einige leck schlugen und ausliefen. Spezialfahrzeuge wurden angefordert, um den Havaristen aufzurichten sowie Ladung und Fahrzeug von der Straße zu bringen.

Der Fahrer konnte sich selbstständig aus seiner Kabine befreien, die Besatzung eines zufällig vorbeikommenden Rettungswagens kümmerte sich um ihn. Er hatte nur leichte Verletzungen erlitten.

Als die Beamten der alarmierten Autobahnpolizei am Unfallort eingetroffen waren, stellten sie bei der Befragung des Fahrers fest, dass der Silozug nicht das einzige war, das an diesem Tag „voll betankt“ war: Ein Atemalkoholtest beim Fahrer erbrachte den immens hohen Wert von 2,3 Promille Blutalkohol. Ab einer Konzentration von 1,1 Promille gilt ein Autofahrer offiziell als absolut fahruntüchtig.

Aus dem umgestürzten Lastwagen liefen Flüssigkeiten aus, die Eschweiler Feuerwehr streute die Fahrbahn ab. Foto: Ralf Roeger

Der Mann wurde ins Krankenhaus Eschweiler gebracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen werden sollte.

Aus dem umgekippten Auflieger des Sattelzuges pumpten die Einsatzkräfte rund 48.000 Liter der geladenen Flüssigkeit ab.