Aachen: Und plötzlich ist Aachen älter als Köln

Aachen: Und plötzlich ist Aachen älter als Köln

Was die Archäologen in den vergangenen Monaten im Aachener Erdreich entdeckt haben, ist teils spektakulär, teils einzigartig und wirft auf gleich mehrere Kapitel der Stadtgeschichte ein völlig neues Licht.

So hat man Reste von Wehrgräben und gigantische Mauerrelikte entdeckt, die auf eine spätrömische Befestigungsanlage auf dem Aachener Markthügel - dem heutigen Marktplatz - schließen lassen. Die Funde datieren aus dem 4. bis 5. Jahrhundert nach Christus, also „aus einer Zeit, über die wir bisher nichts wussten”, wie Aachens Stadtarchäologe Andreas Schaub am Freitag erklärte.

Auch das bisherige Bild von Karls Kaiserpfalz muss neu gezeichnet werden. Denn die Karolinger nutzten wohl noch lange ein römisches Bauwerk, das neben Karls Königshalle - ungefähr neben dem heutigen Rathaus - stand. Außerdem fand man Hinweise auf ein bislang unbekanntes karolingisches Bauwerk, das möglicherweise Karls Wohnung oder ein Empfangsgebäude war. „Wir bekommen eine völlig neue Sichtweise auf die Pfalz”, sagte Schaub.

Eine winzige Scherbe eines römischen Bechers, die man in mehr als drei Metern Tiefe unter dem Marktpflaster entdeckte, ermöglicht sogar einen kleinen Seitenhieb gegen einen großen rheinischen Rivalen. Denn sie ist der älteste römische Fund in Aachen und stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. „Das ist das Stück, das uns älter macht als Köln”, sagte Schaub.

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