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Aachen: Ulla Schmidt am AZ-Telefon: „Keiner wird über Gebühr belastet”

Aachen : Ulla Schmidt am AZ-Telefon: „Keiner wird über Gebühr belastet”

Sozialministerin Ulla Schmidt verlängerte am Dienstag ihre „Sprechstunde” im Zeitungsverlag um 20 Minuten.

Der Grund: Sie wollte möglichst viele Leserfragen bei der Telefonaktion unserer Zeitung zur Gesundheitsreform beantworten.

Dennoch: Viele Anrufer wählten sich leider vergebens die Finger wund, obwohl die Ministerin und drei Experten pausenlos zuhörten, berieten, aufklärten. Fazit: Klar ist, dass die Gesundheitsreform ab 1. Januar 2004 eine Menge verändern wird, unklar war vielen Anrufern, was das für sie bedeutet.

So mancher fürchtet eine finanzielle Überlastung durch die Vielzahl neuer Zuzahlungen. Doch hier beruhigten Ministerin und Experten: „Keiner wird über Gebühr belastet.”

Alle Zuzahlungen - egal ob Praxisgebühr, Kosten für rezeptpflichtige Arzneien oder Krankenhausauf- enthalte - werden zusammengezählt, und bei einer Obergrenze von zwei Prozent der Jahres-Bruttoeinnahmen (ein Prozent bei chronisch Kranken) ist Schluss. Alles weitere zahlt die Kasse.

Einigen machte nicht nur die Komplexität der Reform zu schaffen, sondern auch der Unterschied zwischen Realität und Satire.

Ein Anrufer beschwerte sich über die soziale Schieflage der Änderungen und warf der Ministerin vor, obendrein noch den Zynismus zu besitzen, den Bürgern das Glühwein-Trinken madig zu machen.

Für die Reform stand die Ministerin gerade, der Glühwein-Scherz geht auf die Kappe ihrer Stimmenimitatorin im Radio.

Einen ausführlichen Bericht über die „Sprechstunde” von Ulla Schmidt finden Sie in unserer Druck-Ausgabe vom 31.12.