Sechs gefesselte Personen befreit: Überfall auf illegale Zigarettenfabrik an der Grenze?

Sechs gefesselte Personen befreit : Überfall auf illegale Zigarettenfabrik an der Grenze?

Nach der Befreiung von sechs gefesselten Menschen aus einer Halle im niederländischen Grenzort Susteren wurde bekannt, dass die Opfer wohl für eine illegale Zigarettenfabrik gearbeitet hatten. Erst kürzlich hatte es auf dem Gelände einen großen Brand gegeben.

Wie die Tageszeitung „De Limburger“ berichtet, war die Polizei am Dienstagabend um 21.45 Uhr zum Baakhoverweg gerufen worden. Dort hatte ein unbekannter Mann an der Tür eines Hauses geklopft und um Hilfe gebeten.

Die alarmierte Polizei entdeckte auf einem Firmengelände in derselben Straße schließlich die sechs gefesselten Eingesperrten in der Halle. Die aus Polen stammenden Personen, die kein Niederländisch sprachen, wurden auf die Wache gebracht und befragt. In den folgenden Stunden erklärten sie den Ermittlern, was geschehen sein soll.

Am Mittwoch gab die Polizei dann Einzelheiten zu den Hintergründen des Vorfalls bekannt. Demnach arbeiteten die Überfallenen offenbar für eine illegale Zigarettenherstellung in dem Gebäude. „Vermutlich wurde die Halle, in der sich die Männer befanden, überfallen“, heißt es im Polizeibericht – von wem, ist noch nicht klar. Die sechs Polen waren dabei von mehreren Männern gefesselt worden. Ob der Überfall im Zusammenhang mit der Herstellung der Zigaretten stand, ist ebenfalls unklar.

Mann fuhr mit Auto durch Hallenwand

Die Polizei nahm noch im Lauf der Nacht einen Mann fest - denjenigen, der bei den Nachbarn Alarm geschlagen hatte. Er war zuvor mit seinem Auto durch die Wand der Halle gefahren und hatte sich so offenbar befreit. Das Auto war dabei schwer beschädigt worden, es wurde später abgeschleppt.

Erst Anfang November hatte es auf dem Gelände des Betriebs ein großes Feuer gegeben. Ein Lastwagenanhänger mit acht Fahrzeugen war dabei in Flammen aufgegangen, ebenso fünf weitere abgestellte Anhänger. Nach Angaben der Tageszeitung „De Limburger“ sah die Polizei am Mittwoch aber zunächst noch keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen den beiden Geschehen.

„Die polizeilichen Untersuchungen konzentrieren sich nun darauf, zu klären, was im Schuppen passiert ist, warum sich die Männer im Stall befanden, wer für die mögliche illegale Zigarettenfabrik verantwortlich ist und wer hinter dem Raub steht“, gab die Polizei bekannt.

Zeugen wurden aufgerufen, sich unter der niederländischen Telefonnummer 0900-8844 zu melden, anonym über 0800-7000. Vom deutschen Telefonnetz ist die niederländische Polizei unter 0031-43-4001040 zu erreichen.

Susteren grenzt auf niederländischer Seite an die Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg. Der Tatort am Baakhoverweg liegt gut zwei Kilometer vom westlichsten Punkt Deutschlands entfernt.