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Mehrere Ermittlungsverfahren: Über 2600 Impfpass-Fälschungen in NRW

Mehrere Ermittlungsverfahren : Über 2600 Impfpass-Fälschungen in NRW

Das Angebot von Impfpass-Fälschungen auf dem Schwarzmarkt ist gestiegen. Laut NRW-Innenminister handele sich dabei nicht um „Bagatelle“. Seit Dezember laufen in Krefeld 93 Ermittlungsverfahren gegen Verkäufer und Nutzer.

In Nordrhein-Westfalen sind seit November über 2600 Fälle von gefälschten Impfnachweisen bekannt geworden. Das erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag. „Impfpässe sind in der Pandemie zur Eintrittskarte in die Freiheit geworden - deshalb sind sie gerade bei denen beliebt, die sich nicht impfen lassen wollen.“ Das Angebot gefälschter Dokumente sei dementsprechend auf dem Schwarzmarkt gestiegen. Impfpassfälschungen seien keine „Bagatellen“ und müssten von der Polizei in NRW konsequent verfolgt werden.

Erst am Dienstag hatte die Krefelder Polizei bei einer Razzia gegen mutmaßliche Impfpassfälscher Impfausweise, Handys, Laptops und Festplatten beschlagnahmt. Das Beweismaterial werde nun mit der Staatsanwaltschaft ausgewertet, sagte eine Sprecherin am Freitag. Bei der Razzia waren acht Wohnungen und ein Ladenlokal durchsucht worden, festgenommen wurde niemand. Seit Dezember laufen in Krefeld 93 Ermittlungsverfahren wegen gefälschten Impfpässen. Dabei gehe es sowohl um Verkäufer als auch um Nutzer.

Laut Oberstaatsanwalt Axel Stahl drohen den Besitzern von gefälschten Impfpässen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. „Den Menschen muss einfach bewusst sein, dass die Benutzung eines gefälschten Impfpasses eine Straftat ist“, sagte der Staatsanwalt am Freitag. Ein spezielles Täterprofil für Nutzer und Fälscher gebe es nicht, erklärte eine Polizeisprecherin. „Das kann auch der Nachbar von nebenan sein.“ Die Beamten seien bei der Suche nach den Besitzern auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

(dpa)