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Aachen/Stolberg: Tumulte vor dem Gerichtssaal

Aachen/Stolberg : Tumulte vor dem Gerichtssaal

Im Prozess um eine Messerstecherei in Stolberg hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen vier Männer wegen versuchten Totschlags zu Freiheitsstrafen zwischen sechs und fünf Jahren verurteilt.

Zwei weitere Angeklagte wurden zu Jugendstrafen verurteilt - einer zu zweieinhalb Jahren ohne und einer zu zwei Jahren mit Bewährung.

Für die vier älteren Mitglieder eines großen türkischen Familienclans, die ihrem Opfer laut Kammerentscheidung auch Schmerzensgeld in Höhe von 6000 Euro zahlen müssen, brachte das Urteil aber noch weiteres Ungemach: Sie konnten das Gericht nicht mehr - wie an den Verhandlungstagen zuvor - als freie Männer verlassen, sondern wurden aus dem Sitzungssaal heraus in Haft genommen.

Offensichtlich hatte das Urteil aber nicht nur die Gemüter der Angeklagten erregt, sondern auch die einiger Zuschauer. So kam es unmittelbar nach Ende der Sitzung zu einem wütenden Tumult auf dem Gerichtsgang, den Justizbeamte aber rasch beendeten.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass alle Angeklagten am 16. Juli 2004 auf einem Spielplatz in Stolberg einen 27 Jahre alten Mann niedergestochen haben.

Hintergrund sei die Weigerung einer Tochter des ältesten Angeklagten gewesen, das für sie entflammte, aber in seiner Enttäuschung etwas massiv auftretende Opfer zu heiraten.