Aachen/Titz: Tote am Windrad: Angeklagte bricht im Gericht zusammen

Aachen/Titz: Tote am Windrad: Angeklagte bricht im Gericht zusammen

Nachdem Corina Ö. (29) dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft weinend gefolgt war und am Ende hörte, dass gegen sie eine lebenslange Haftstrafe gefordert wird, erlitt sie am Dienstag im Landgericht Aachen einen Nervenzusammenbruch.

Ein Arzt musste kommen, die Verhandlung wurde bis nächste Woche unterbrochen. Corina Ö. ist mit Patrick G. (32) angeklagt, am Ostermontag die schwangere Christina F. (27) aus Düren-Echtz auf einem Gehöft in Linnich-Hottorf gemeinschaftlich ermordet zu haben. Und nach dem Abschluss der Beweisaufnahme war Staatsanwältin Stefanie Herweg bei genau diesem Vorwurf geblieben.

Was genau am 21\. April auf dem Gehöft passiert ist, wird möglicherweise niemals jemand außer den Angeklagten erfahren. Die Beweise reichen wohl aus, um beide Angeklagten zu verurteilen; aber die Angehörigen der Ermordeten werden ihr Leben lang keine Gewissheit darüber haben, wer es war, der ihre Tochter und Schwester mit einer Schaufel erschlagen hat.

Staatsanwältin Herweg geht davon aus, dass Patrick G. es war, der Christina F. erschlug. Das Kind, dessen Vater Patrick G. war, habe nicht in seine Lebensplanung gepasst, sagte Herweg am Dienstag abermals. Er habe auch keine Unterhaltszahlungen leisten wollen. Corina Ö. sei eifersüchtig auf Christina F. gewesen und habe, da verschiedene andere Versuche, die Schwangerschaft von Christina F. zu beenden, fehlgeschlagen waren, den Mord gemeinsam mit Patrick G. geplant und ihm geholfen, die Leiche vom Tatort nach Düren-Echtz zu bringen.

Die Angeklagten hingegen hatten sich während des Prozesses gegenseitig beschuldigt, Christina F. erschlagen zu haben. Kein vollständiges Geständnis, keine glaubhafte Entschuldigung, keine glaubhafte Reue. Für Patrick G. beantragte Staatsanwältin Herweg daher die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Folgt das Gericht diesem Antrag, hätte Patrick G. kaum Chancen, vor 2034 aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Die übrigen Plädoyers sollen am Dienstag, 16. Dezember, ab 8.15 Uhr gehalten werden. Das Urteil soll am 22. Dezember, 14 Uhr, gesprochen werden.

(gego)
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