Tod von Gorch Fock-Kadettin Böken: Staatsanwaltschaft Kiel behält Fall

Getötete „Gorch Fock“-Kadettin : Kieler Staatsanwaltschaft behält Fall Jenny Böken

Die Kieler Staatsanwaltschaft darf im Fall Jenny Böken weiter ermitteln. Die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig verwarf einen Antrag, wegen Voreingenommenheit eine andere Staatsanwaltschaft mit dem Fall der ums Leben gekommenen „Gorch Fock“-Kadettin zu befassen.

Die Staatsanwaltschaft Kiel behält den Fall der 2008 ums Leben gekommenen „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken. Die Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig-Holstein habe den Antrag des Vaters, die Ermittlungen einer anderen Staatsanwaltschaft zu übertragen, abgelehnt, teilte ein Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft am Montag in Schleswig mit. Es bestünden keine Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Staatsanwaltschaft Kiel. Diese teilte auf Anfrage mit, die Ermittlungen jetzt fortzusetzen, die während des Antrags geruht hätten. Jenny Böken kam aus der Nähe von Aachen.

Im vergangenen September hatten sich die Eltern an Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) gewandt. Über ihren Aachener Anwalt Rainer Dietz beantragten die Eltern, die Ministerin solle das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein anweisen, statt der Kieler eine andere Staatsanwaltschaft mit der Prüfung des kürzlich gestellten Antrags auf Wiederaufnahme der 2009 eingestellten Ermittlungen zu beauftragen.

Die Todesumstände der 18-Jährigen Jenny Böken, die während einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs der Marine in der Nacht zum 4. September 2008 bei einer Wache über Bord ging, sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Leichnam wurde erst nach elf Tagen aus der Nordsee geborgen. Die Ermittler halten ein Unglück für am wahrscheinlichsten. Die Eltern sehen Hinweise sogar für einen Mord - gestützt auf eine eidesstattliche Aussage eines früheren Bundeswehrangehörigen.

(dpa)
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