Ursache unbekannt: Tod eines Häftlings nach Legionellen-Infektion gibt Rätsel auf

Ursache unbekannt : Tod eines Häftlings nach Legionellen-Infektion gibt Rätsel auf

Der Tod eines im Gefängnis von Hagen inhaftierten Drogendealers durch eine Legionellen-Infektion stellt die Behörden vor ein Rätsel. Es sei nach wie vor unklar, wie sich der Gefangene die Infektion zugezogen habe, sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums in Düsseldorf am Donnerstag.

Die Infektion sei bisher weder bei Mitarbeitern noch bei anderen Gefangenen der Justizvollzugsanstalt aufgetreten.

Der 47-jährige Häftling war am vergangenen Freitag gestorben. Trotz Behandlung zuletzt in einer Spezialklinik in Aachen versagten seine Organe. Er war im geschlossenen Vollzug untergebracht, so dass er sich die Infektion im Gefängnis zugezogen haben dürfte. Wegen bandenmäßigen Drogenhandels zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt, hätte er seine Strafe noch bis 2025 absitzen müssen.

Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen habe einen Tag vor seinem Tod in dem Gefängnis Wasserproben entnommen. Ergebnisse seien aber erst Anfang November zu erwarten. Eine Möglichkeit sei eine Ansteckung beim Duschen. Daher werde man die Duschen im betroffenen Gebäude vorsorglich mit Sterilfiltern ausrüsten.

Im Wasserdampf können sich Legionellen verbreiten und beim Einatmen zur Infektion führen. Um Erreger aufzuspüren, seien auch Zellen nach E-Zigaretten durchsucht worden, da sich bei deren Nutzung ebenfalls Dampf bildet. Gefunden wurde aber nichts, hieß es.

Die Grünen im Landtag beantragten zu dem Vorfall einen Bericht der Landesregierung für die kommende Sitzung des Rechtsausschusses am 7. November.

Legionellen können zu Lungenentzündungen führen, aber mit Antibiotika bekämpft werden. Das Robert-Koch-Institut registrierte 2016 etwa 1000 Infektionen. 45 Menschen starben daran.

(dpa)