Aachen/Jülich: Tochter jahrelang vergewaltigt: Zehn Jahre Haft

Aachen/Jülich: Tochter jahrelang vergewaltigt: Zehn Jahre Haft

Zu zehn Jahren Haft wurde am Mittwoch vor dem Aachener Landgericht ein 34-jähriger Mann aus Titz wegen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt. Er hatte jahrelang seine heute 14-jährige Tochter vergewaltigt und sich zweimal an seiner Schwägerin vergangen.

Der selbstständige Verkäufer von Deko-Artikeln war nach Auffassung der 5. Großen Strafkammer (Vorsitz Richter Roland Klösgen) schuldig, von August 2008 bis Mitte Februar 2012 seine Tochter zu Oral- und auch zu Analverkehr gezwungen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte mehr als 180 Fälle angeklagt und war dabei zu seinen Gunsten davon ausgegangen, dass der oftmals betrunkene und unter Drogen stehende Familienvater das Mädchen „nur“ wöchentlich zu den Sexhandlungen zwang. Zunächst war im Prozess die Rede davon, der Vater von insgesamt vier Kindern habe sich mehrmals in der Woche an dem Kind vergangen.

Der Tatablauf war immer der gleiche. Da das Kind eine Leseschwäche hatte, musste es regelmäßig mit dem Vater „Lesen üben“. Dabei kam es dann zu schwersten sexuellen Übergriffen. Manches Mal fand dies auch im Auto des Täters statt. Während er die Übergriffe auf seine anfangs erst zehnjährige Tochter zugab, bestritt der Angeklagte die Vergewaltigung seiner zur Tatzeit 18-jährigen Schwägerin.

Über sie, so hieß es im Plädoyer, soll er sogar im Beisein seiner Ehefrau, der Schwester des Opfers, hergefallen sein. Das Gericht war allerdings überzeugt, dass die Angaben des Opfers stimmten und verurteilte den34-Jährigen auch wegen dieser Vergewaltigungen.

Seiner Tochter muss der Mann darüber hinaus 50.000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

(wos)