Streik am belgischen Kernkraftwerk Tihange

Protest mit 100 Mitarbeitern : Streik am belgischen Kernkraftwerk Tihange

Das belgische Kernkraftwerkt Tihange ist am Dienstag bestreikt worden. Rund 100 Mitarbeiter verwehrten den Zugang zu dem Akw. Die Gewerkschaft bemängelt laut Nachrichtenportal „Sudinfo“ eine Missachtung des Arbeitsrechts.

Es geht bei dem Streik etwa darum, dass Mitarbeiter ihre Überstunden nicht abbauen können, melden belgische Medien. Die Sicherheit und der Betrieb der Meiler in Tihange wurde durch den Streik laut Betreiber Engie-Electrabel nicht beeinträchtigt.

Der Streik war angekündigt worden, ebenso weitere Streiks an anderen Standorten. Die Streiks betreffen den Atom- und Gassektor generell.

Derzeit sind die Meiler Tigane 1 und 3 in Betrieb. Der wegen Tausender Mikrorisse umstrittene Meiler 2 ist wegen reparaturarbeiten ohnehin abgeschaltet. Betreiber Engie-Electrabel teilte mit, dass Tihange 2 mutmaßlich Ende Juni wieder angefahren werden kann. Ursprünglich hatte der Betreiber den 1. Juni angepeilt. Die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc hatte im September Probleme entdeckt.

Wie bei Doel 3 und 4 und Tihange 3 wurde festgestellt, dass der Beton in Nebengebäuden der jeweiligen Reaktoren marode ist. „In den Nebengebäuden entweicht extrem heißer Dampf, wir gehen davon aus, dass der marode Beton darauf zurückzuführen ist“, hatte Engie-Electrabel-Sprecherin Anne-Sophie Hugé unserer Zeitung damals gesagt.

Die anderen betroffenen Meiler sind bereits wieder am Netz. Bei Tihange 2 befinde man sich in der Endphase der Reparaturarbeiten.

(mgu)
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