Risse in belgischem Akw Doel: Hinter Mess-Abweichungen sollen keine Risse stecken

Risse in belgischem Akw Doel : Hinter Mess-Abweichungen sollen keine Risse stecken

Die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc hat den umstrittenen „Riss-Reaktor“ Doel 3 untersucht. Trotz leicht abweichender Messungen kommen die Experten zum Ergebnis, dass sich die Bläschen im Reaktorbehälter weder vergrößert haben, noch ihre Zahl gestiegen ist.

Das teilte die Fanc jetzt mit. Wegen der umstrittenen Wasserstoffbläschen im Druckbehälter hat die Behörde dem Betreiber Engie-Electrabel regelmäßige Messungen auferlegt, in einem Intervall von zwölf bis 18 Monaten. Die letzte Ultraschalluntersuchung an dem Meiler in Doel bei Antwerpen fand im November 2016 statt.

Im Zuge von Wartungsarbeiten an dem Reaktor wurden in diesem Sommer nun erneut diverse Untersuchungen vorgenommen, wie aus den Unterlagen der Fanc hervorgeht. Eine dieser Untersuchungen führt acht „neue Indikationen“ auf. Die Fanc wertet diese allerdings nicht als neue Wasserstoffbläschen.

„Dank fortgeschrittener Technologie wurde ein neuer Sensor installiert“, erklärte Fanc-Sprecher Cédric van Caloen auf Anfrage. Dieser Sensor habe „neue“ Indikationen gemessen. Die Anführungsstriche nutzt van Calhoen sehr bewusst, denn es handele sich eben nicht um neue Risse. Vielmehr sei das Auftauchen der Indikatoren auf die feinere Messmethode zurückzuführen. Die Indikatoren befinden sich an der Nachweisgrenze.

Um sicherzustellen, dass diese Indikationen keine tatsächlich in den letzten drei Jahren aufgetauchten Risse sind, sei überprüft worden, dass eben diese Indikationen in der Vergangenheit bereits an der Nachweisgrenze gefunden wurden, erklärt van Caloen. Um einen direkten Vergleich zwischen den Untersuchungen zu ziehen, habe man die Ergebnisse korrigieren müssen, erklärte van Caloen.

Das Ergebnis der Analyse: „Es gibt keine neuen Wasserstoffbläschen.“ Die Fanc und Engie-Electrabel vertreten die These, dass es sich bei den Rissen um Wasserstoffflocken handelt, die bei der Produktion der Reaktordruckbehälter entstanden sind.

Engie-Electrabel hatte 2015 nachweisen müssen, dass Doel 3 und Tihange 2 sicher sind, nachdem die Fanc im März 2014 das Abschalten der betroffenen Meiler verfügt hatte. 2012 wurde bekannt, dass es Risse in den Druckbehältern von Doel 3 bei Antwerpen und Tihange 2 gibt. Bei Ultraschalluntersuchungen wurden 8000 dieser Defekte in Doel und 2000 in Tihange entdeckt. Im Februar 2015 korrigierte die FANC die Zahl der Risse nach oben: 3149 in Tihange, 13.047 in Doel.