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Belgische Akw: Abschaltung von Doel 3 „sicher abgelaufen“

Belgische Akw : Abschaltung von Doel 3 „sicher abgelaufen“

Die belgische Atomaufsichtsbehörde hat die Abschaltung des umstrittenen „Riss-Meilers“ in der Nacht zu Samstag überwacht. Alles läuft nach Plan.

Der umstrittene belgische Atommeiler Doel 3 ist in der Nacht zum Samstag endgültig abgeschaltet worden. Die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc betonte in einer Mitteilung am Samstag, dass alles nach Plan verlaufen sei. „Die Abschaltung hat in aller Sicherheit stattgefunden“, sagte Nathan Lemahieu, Nuklearinspektor der Fanc. Die Fanc überwacht die Abschaltung des Meilers, der in der Kritik steht, weil sich in dessen Reaktordruckbehälter Tausende Haarrisse befinden.

„Das definitive Abschalten unterscheide sich technisch nicht von einem vorübergehenden Abschalten“, sagte Lemahieu. Die Mitarbeiter des Atomkraftwerks hätten damit Erfahrung. Eher emotional sei es für die Mitarbeiter eine besondere Operation gewesen. Eben, weil es das letzte Abschalten gewesen sei. Der Reaktor kühle ab. „Nun beginnt auch für die Fanc eine neue Aufgabe. Wir werden den Rückbau des Meilers überwachen“, sagte Lemahieu.

Doel 3 wurde am 1. Oktober 1982 in Betrieb genommen. Der Meiler hätte noch bis zum 1. Oktober dieses Jahres am Netz bleiben dürfen. Betreiber Engie zog die Abschaltung aber um einige Tage vor.

In der Region Aachen hatte es jahrelang Proteste gegen Doel 3, vor allem aber Tihange 2, der nur rund 50 Kilometer Luftlinie von Aachen entfernt liegt, gegeben. Auch Tihange 2, der ebenfalls Mikrorisse (Wasserstoffeinschlüsse) aufweist, wird im Februar kommenden Jahres abgeschaltet.

Dass es Risse in den Druckbehältern der Atomreaktoren Doel 3 und Tihange 2 gibt, wurde erstmals im Sommer 2012 bekannt. Bei Ultraschalluntersuchungen wurden 8000 dieser Defekte in Doel und 2000 in Tihange entdeckt. Man ging damals von einer durchschnittlichen Größe von einem Zentimeter und einer maximalen Größe von 2,4 Zentimetern aus.

2015 korrigierte die FANC die Zahl der Risse nach oben: 3149 in Tihange sowie 13.047 in Doel. Kurze Zeit später wurden neue Zahlen zur Größe der Risse bekannt. Statt der bislang angegebenen maximalen Länge von 2,4 Zentimetern war von neun Zentimetern die Rede.