Merzenich: Tempolimit auf der A4 zeigt große Wirkung

Merzenich: Tempolimit auf der A4 zeigt große Wirkung

Die Mitte September eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem neuen A4-Abschnitt zwischen den Abfahrten Merzenich und Elsdorf zeigt offenbar große Wirkung. Wie die Kölner Bezirksregierung am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, habe sich die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem 7,2 Kilometer langen Abschnitt um etwa zwölf Kilometer pro Stunde verringert.

Die allermeisten Fahrer würden die auf 130 Kilometer pro Stunde begrenzte Geschwindigkeit nicht mehr überschreiten. In den ersten drei Jahren seit der Eröffnung des neuen A4-Abschnitts im September 2014 waren dort bei schweren Unfällen insgesamt neun Menschen gestorben. Seit der Einführung des Tempolimits vor zwei Monaten verzeichnete die Polizei keine schwereren Unfälle mehr.

Die Akzeptanz von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf deutschen Autobahnen ist sehr unterschiedlich, manche Tempolimits werden relativ strikt befolgt, andere so gut wie gar nicht. In Baustellen etwa ist die Akzeptanz hoch, ebenso bei fehlenden Standstreifen oder in schärferen Kurven. Auf einer geraden, dreispurigen Strecke ohne ersichtliche Gefahrenstellen wie dem neuen A4-Abschnitt kann die Akzeptanz einer Geschwindigkeitsbegrenzung geringer sein.

In den ersten zwei Monaten seit der Einführung des 130er-Limits hat sich die Durchschnittsgeschwindigkeit des Verkehrs jedoch von 142 auf 130 Kilometer pro Stunde verringert. Messungen der Verkehrsbeeinflussungsanlagen hätten ergeben, dass nur noch 15 Prozent der Autos, Mottorräder und Transporter schneller als 130 führen, sagte am Donnerstag André Kiese, Sprecher der Kölner Bezirksregierung. Insgesamt sind auf dem Abschnitt täglich etwa 80.000 Fahrzeuge unterwegs, darunter etwa 12.000 Lkw.

Dass das Tempolimit bislang akzeptiert wird, habe wahrscheinlich auch damit zu tun, dass die A4 eine klassische Pendlerstrecke sei. Viele der Fahrer, die mehrmals in der Woche auf dem neuen Abschnitt unterwegs sind, wüssten sehr wahrscheinlich um die schweren Unfälle, die sich in den vergangenen drei Jahren dort ereignet haben, sagte Kiese. „Die Einrichtung eines Lkw-Überholverbots oder einer stationäre Blitzanlage“ sei deswegen „vorerst nicht notwendig“.

Die Situation werde aber weiter beobachtet. Die Kölner Autobahnpolizei wollte am Donnerstag „aufgrund des kurzen Zeitraumes seit Einführung des Tempolimits“ noch kein Zwischenfazit ziehen.