Köln: Tag der offenen Moscheen: „Großes Interesse nach Bundestagswahl”

Köln : Tag der offenen Moscheen: „Großes Interesse nach Bundestagswahl”

Unter dem Motto „Gute Nachbarschaft - bessere Gesellschaft” haben am Tag der Deutschen Einheit Hunderte Moscheen in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland ihre Türen für Besucher geöffnet.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, schätzte die Zahl der Besucher auf gut 100.000. „Wir Muslime verstehen uns als Teil dieser Einheit”, sagte Mazyek in Berlin.

Auch die Yunus-Emre-Moschee öffnet am Dienstag ihre Türen. Foto: Harald Krömer

In Köln kamen Tausende Besucher in die Zentralmoschee. „Es ist großartig, dass die Gesellschaft so offen ist, dass man Interesse zeigt angesichts der vergangenen Bundestagswahl”, sagte Bekir Alboga, Generalsekretär der Türkisch Islamischen Union Ditib.

Der größte Islam-Dachverband präsentierte in seiner Kölner Zentralmoschee auch den gerade erst fertiggestellten großen Kuppel-Gebetssaal, organisierte Führungen und Vorträge. Tausende Besucher sahen sich die Moschee an. „Es übertrifft unsere Hoffnungen und Erwartungen. Das gesellschaftliche Zusammenleben funktioniert doch. Man muss aber noch mehr den Austausch suchen”, sagte Alboga. NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) und Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sprachen Grußworte.

Zahlreiche Moscheegemeinden in allen Teilen des Landes machten mit. Die Ditib betonte, die Moschee sei kein isolierter Raum. Respekt und Solidarität müssten mehr denn je in den Fokus rücken.

Die alljährliche Aktion parallel zum Tag der Deutschen Einheit sei derzeit in den „gesellschaftspolitisch aufgeheizten Zeiten” besonders wichtig, unterstrich auch der Koordinationsrat der Muslime. Darin sind neben der Ditib auch der Islamrat, der Zentralrat der Muslime und der Verband der Islamischen Kulturzentren zusammengeschlossen. Die Moscheegemeinden wollten sich engagieren, um Vorurteile abzubauen und machten sich für den sozialen Zusammenhalt stark.

Der Tag der Offenen Moschee fand zum 21. Mal in Folge statt. Die Bundestagswahl habe gezeigt, dass die Moscheegemeinden sich noch mehr anstrengen müssten, um die Menschen von den Vorzügen einer vielfältigen Gesellschaft zu überzeugen, meinte die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs in Köln mit Blick auf den Einzug der rechtspopulistischen AfD in den Bundestag. Es brauche mehr Begegnung und Austausch.

(dpa)