Suche nach der Kobra in Herne geht weiter

Schlangen-Drama in Herne : Die hochgiftige Kobra ist weiter nicht zu finden

Am Donnerstag setzten Reptilienexperten der Feuerwehr Düsseldorf ihre Suche in einer Wohnanlage im Stadtteil Holthausen fort – bis zum Nachmittag ohne Erfolg. Die Giftschlange von Herne bleibt verschwunden.

„Sie haben beim Durchkämmen der einzelnen Räume vom Keller bis zum Dach gute Fortschritte gemacht - allerdings ohne die Schlange zu finden“, sagte ein Stadtsprecher. Parallel bereite man weitere Maßnahmen vor, die flüchtige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von mindestens 1,40 Meter zu fangen. So sollen auch Köder ausgelegt werden, um die Schlange zu locken. „Wir tun alles, was möglich ist“.

Vor Ort waren auch Einsatzkräfte der Feuerwehr Herne, unter anderem ein Notarzt und ein Rettungswagen. Sollte bei der Suche ein Feuerwehrmann von der hochgiftigen Schlange gebissen werden, wird in der Uniklinik Düsseldorf ein Antiserum bereit gehalten. Im Notfall könne es „in kürzester Zeit“ nach Herne gebracht werden, hatte Marco Diesing von der Feuerwehr Herne am Mittwoch gesagt.

Bleibt die Suche auch in den nächsten Tagen ohne Erfolg, soll als letztmögliche Option das Haus begast werden. Dabei würde das Haus in Folie verpackt und 24 Stunden lang mit Gas vollgepumpt. Die gesamte Maßnahme würde rund 14 Tage dauern. Vorsorglich habe sich die entsprechende Fachfirma bereits ein Bild von der Lage gemacht, sagte der Sprecher weiter. „Wir hoffen aber weiter, das Tier zu finden.“

Die Schlange war am Sonntag in einem der vier Treppenhäuser der Wohnanlage von einer Bewohnerin entdeckt worden. Die Stadt vermutet, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, in der dieser 20 Giftschlangen hielt. Ihm wurde die Haltung der Schlangen mittlerweile untersagt. Der Mann hatte nach Angaben der Stadt Herne bestritten, dass die Kobra aus seinen Beständen stammt.

Der Wohnkomplex war bereits am Sonntag aus Sicherheitsgründen evakuiert worden. Die 30 Bewohner der Häuser mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Stadt hält es für wahrscheinlich, dass sich das gefährliche Tier noch in einem der Häuser befindet.

(dpa)
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