Aachen/Schleiden: Subventionsbetrug: Staatsanwälte ermitteln auf Vogelsang

Aachen/Schleiden: Subventionsbetrug: Staatsanwälte ermitteln auf Vogelsang

Die Aachener Staatsanwaltschaft hat drei Ermittlungsverfahren wegen Subventionsbetruges im Zusammenhang mit den Bauarbeiten auf Vogelsang eingeleitet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte entsprechende Recherchen unserer Zeitung.

Die Ermittlungsverfahren richten sich gegen Manfred Poth (CDU), den Allgemeinen Vertreter des Euskirchener Landrats, den Geschäftsführer der gemeinnützigen Vogelsang GmbH, Albert Moritz, und gegen einen weiteren Beteiligten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Poth ist Aufsichtsratsvorsitzender der Vogelsang GmbH und unterlag vergangenen Sonntag in der Stichwahl zur Landratswahl in Euskirchen dem Amtsinhaber Günter Rosenke (parteilos).

Die Staatsanwaltschaft wollte sich am Freitag noch nicht zu den Inhalten des Ermittlungsverfahrens äußern. Bei den meisten Subventionsbetrugsverfahren geht es darum, dass Fördergelder anders eingesetzt werden als vorgesehen, die Förderrichtlinien des Landes NRW sind streng. Ob dies auch der Grund für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist, blieb unbeantwortet. Subventionsbetrug kann laut Strafgesetzbuch mit bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafe geahndet werden.

Die frühere NS-Ordensburg Vogelsang liegt mitten im Nationalpark Eifel und gehört unter anderem der Städteregion Aachen und den Kreisen Düren, Heinsberg und Euskirchen. Seit 2012 wird Vogelsang umgebaut, doch das Geld dafür, 35,1 Millionen Euro, das zu 90 Prozent aus Fördermitteln besteht, reicht bei weitem nicht mehr aus. Diese Woche war bekanntgeworden, dass der Bund der Steuerzahler Vogelsang ins Schwarzbuch 2015 für Steuergeldverschwendung aufgenommen hat.

Nicht genügend Aufmerksamkeit?

Der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Grüne), der seit Jahren kritischer Begleiter Vogelsangs ist, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Konversion Vogelsangs vom militärischen zum bildungspolitischen Standort „die politisch Verantwortlichen besonders in Berlin, aber zum Teil auch in Düsseldorf über die Jahre hinweg nie wirklich interessiert hat“. Eines der bedeutendsten Konversionsprojekte in der Geschichte der Bundesrepu-blik sei von Anfang an nicht mit der Aufmerksamkeit bedacht worden, die es verdient habe.