Aachen/Jülich: Sturm auf Sportplatz: Nur noch zwei Angeklagte in Haft

Aachen/Jülich: Sturm auf Sportplatz: Nur noch zwei Angeklagte in Haft

Mit Spannung war im Prozess um den Sportplatzüberfall in Welldorf-Güsten am 6. November auf die Vorführung von Beweisvideos des Fußballvereins gewartet worden. Montag war es vor der 4. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht so weit, der Vorsitzende Richter Norbert Gatzke setzte sich eigenhändig an den Vorführ-Computer und klickte im abgedunkelten Gerichtssaal die einzelnen Dateien an.

Im Vorfeld zu der Vorführung, mit denen die einzelnen Taten der acht Angeklagten im Alter zwischen 21 und 42 Jahren belegt werden sollen, gab es von Seiten der Verteidiger juristisches Gezerre um die Videodateien.

Der betroffene Fußballverein Sportfreunde Grün-Weiß Welldorf-Güsten hatte die Aufnahmen der vereinseigenen Kamera zur Verfügung gestellt, die Polizei hatte die Videos so bearbeitet, dass eine Zoom-Funktion die Täter deutlich erkennen ließ. Das gefiel den Anwälten nicht, sie widersprachen der Verwertung des Videos im Prozess.

An jenem 6. November war beim Spiel von Welldorf-Güsten gegen die Sportfreunde Düren urplötzlich eine Horde türkischstämmiger Männer auf das Spielfeld gerannt. Sie hatten begonnen, eine Reihe Spieler libanesischer Herkunft auf dem Spielfeld zu verprügeln, es waren Schlagstöcke dabei. Auslöser war eine Schlägerei zwei Tage zuvor auf der B 56 zwischen Jülich und Düren.

Die Videoaufnahmen bestätigen den Vorfall zwar insgesamt, lassen im Übrigen über die Tatbeiträge der acht Angeklagten Unterschiede zur Anklageschrift erkennen. Inzwischen sind nur noch zwei der acht Angeklagten in U-Haft. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

(wos)
Mehr von Aachener Zeitung