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Aachen: Streit um TV endet mit tödlichem Würgegriff

Aachen : Streit um TV endet mit tödlichem Würgegriff

Als der leblose Körper des Michael H. am 17. Juni in seiner Wohnung aufgefunden wurde, zeigte die Leiche schon starke Verwesungsspuren.

Ein 20 Jahre alter Mann soll den Mitarbeiter des Don-Bosco-Heims in Aachen acht Tage zuvor erwürgt haben. Seit Montag muss sich der junge Mann wegen Totschlags vor der Jugendkammer des Landgerichts Aachen verantworten. Hier hat er die Tat gestanden.

Als Motiv gab er an, der 41-Jährige habe ein Versprechen gebrochen, und darüber sei er heftig in Rage geraten. Es sei ums Fernsehschauen gegangen.

Der Angeklagte schilderte, er habe Michael H. nur kurze Zeit gekannt. „Zuerst dachte ich, er ist einfach nur ein netter Mensch, der mir helfen will, eine eigene Wohnung zu finden.”

Der 41-jährige habe ihm sogar angeboten, vorübergehend bei ihm zu übernachten. Dann habe der Mann allerdings Annäherungsversuche gestartet. Schon in der folgenden Nacht sei es zu der Tat gekommen.

„Er beschwerte sich, dass der Fernseher zu laut sei. Ich sollte ihn ausschalten und zu ihm ins Bett kommen”, erinnerte sich der Angeklagte. Dabei habe der Wohnungsinhaber ihm vorher noch zugesichert, er dürfe „zu jeder Tages- und Nachtzeit” fern sehen.

Als das spätere Opfer auch noch damit gedroht habe, die Polizei zu rufen, habe er ihn gepackt, mit aller Kraft seiner beiden Arme zugedrückt. Das an Aids erkrankte Opfer soll noch gesagt haben, er habe eh´ nichts zu verlieren.

Später will der Täter noch zweimal mit den Fäusten zugeschlagen haben. „Ich habe sofort gewusst, dass er tot sein müsste”, so der 20-Jährige, der seltsam emotionslos schilderte, wie sich alles zugetragen hatte.

Nach der Tat habe er die Leiche ins Bett gelegt, aufgeräumt, sauber gemacht, Spuren beseitigt und Gegenstände aus der Wohnung, die er auch Tage später immer wieder aufgesucht habe, verkauft. Als die Leiche angefangen habe zu riechen, habe er sogar noch einen Ventilator angestellt, der für bessere Luft sorgen sollte.

Vor Gericht bezeichnete der Angeklagte die Tat als „Katastrophe”. Es tue ihm leid, was er getan habe. Der junge Mann ist in Heimen und Pflegefamilien groß geworden.

Mit elf kam er über ein Projekt des Jugendamtes nach Irland und landete, als er 17-jährig nach Deutschland zurück kam, beim Aachener Betreuungsprojekt Kaspar X. Er nahm Drogen, wurde kriminell und landete buchstäblich auf der Straße. Jetzt droht im eine Jugendstrafe von maximal zehn Jahren