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Köln: Streit um Kunsterbe kostet Unicef Millionen Euro

Köln : Streit um Kunsterbe kostet Unicef Millionen Euro

Ein Rechtsstreit um eine wertvolle Kunstsammlung hat UnicefDeutschland in den vergangenen Jahren 1,7 Millionen Euro gekostet.

Im Erfolgsfall bekäme das UN-Kinderhilfswerk durch den Verkauf der Sammlung allerdings noch viel mehr Geld, das dann für Hilfsprojekte verwendet werden könnte.

Der 2002 gestorbene Stuttgarter Sammler Gustav Rau hatte Unicef seine Kollektion vermacht, doch andere erheben ebenfalls Anspruch darauf, so dass der Fall die Gerichte beschäftigt.

Der Wert der Sammlung wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. „Es geht also um ein Vielfaches”, sagte Unicef-Sprecherin Helga Kuhn am Donnerstag in Köln. „Wir haben auch gar nicht die Wahl zu sagen „Wir nehmen das Erbe nicht an, das ist uns zu kompliziert oder so was”. Das wäre gesetzeswidrig. Wir sind verpflichtet, das anzunehmen.”

Die „Frankfurter Rundschau” berichtete am Donnerstag, Unicef habe 1,7 Millionen Euro Spendengeld aus der eigenen Stiftung für das Gerichtsverfahren, die Lagerung und die Ausstellung der Bilder ausgegeben.

Kuhn sagte dazu, die Zahl sei nicht neu. Die Versicherung habe das meiste Geld gekostet. „Das ist ja eine wertvolle Sammlung, die kann man nicht einfach im Keller lagern.”

Unicef sei zuversichtlich, den Rechtsstreit zu gewinnen. Die deutsche Sektion des Kinderhilfswerks war Ende vergangenen Jahres wegen hoher Provisionen für externe Berater und Verschwendungsvorwürfen in eine schwere Vertrauenskrise geraten.

Rau hatte Unicef kurz vor seinem Tod den größten Teil seiner Gemäldesammlung vermacht. Andere Stiftungen, die er dafür aus dem Testament gestrichen hatte, äußern Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens.

Zu der Sammlung mit knapp 750 Werken gehören Gemälde von Paul Cezanne, Claude Monet und Lucas Cranach dem Älteren. Falls Unicef die Sammlung endgültig zugesprochen wird, will das Kinderhilfswerk den Großteil der Bilder verkaufen.

Rau habe aber verfügt, dass eine Kernsammlung von 160 Bildern noch bis zum Jahr 2026 zusammen bleiben und der Öffentlichkeit gezeigt werden solle, sagte Kuhn: „Daran werden wir uns selbstverständlich halten.”