Betrieb nicht gefährdet: Streit um kleinere Mängel an neuen RRX-Zügen

Betrieb nicht gefährdet: Streit um kleinere Mängel an neuen RRX-Zügen

Wenige Tage vor dem Start der ersten Rhein-Ruhr-Express-Züge streiten die künftigen Eigentümer mit Hersteller Siemens um kleinere Mängel an den Fahrzeugen.

„Die Fahrzeuge entsprechen nicht zu hundert Prozent den Qualitätsanforderungen, die vertraglich vereinbart worden sind“, sagte eine Sprecherin des Verkehrsverbandes Rhein Ruhr (VRR), zukünftiger Miteigentümer der Züge, am Donnerstag.

Es gehe um einige Kratzer, Dellen und Fehler in der Software. Deshalb sei die finale Abnahme noch nicht erfolgt. Die Züge würden erst ins Eigentum des VRR und der weiteren beteiligten Aufgabenträger übergehen, wenn alle Mängel beseitigt sind. Sicherheitsrelevant seien die beklagten Fehler jedoch nicht. Das „Handelsblatt“ hatte zuerst berichtet.

Siemens teilte auf Anfrage mit, dass weder der Betrieb ab Sonntag noch die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet seien. „Es gibt gegenüber den Fahrgästen keine Einschränkungen“, betonte eine Sprecherin des Unternehmens. Zu etwaigen Mängeln wollte sie sich nicht äußern. Das Eisenbahnbundesamt hatte die Zulassung für den Betrieb der Züge Ende vergangener Woche erteilt.

Ab dem Fahrplanwechsel am Sonntag rollen wie geplant 15 RRX-Züge auf der Linie RE11. Betreiber dieser Strecke zwischen Düsseldorf und Kassel ist künftig nicht mehr die Deutsche Bahn, sondern das private Bahnunternehmen Abellio.

Dieser sogenannte Vorlaufbetrieb ist allerdings nur ein erster, kleiner Schritt bei einem der wichtigsten Bahnprojekte in NRW: Nach und nach wird der RRX auf zahlreichen wichtigen Regionallinien an Rhein und Ruhr zum Einsatz kommen. Langfristig soll die wichtige Strecke zwischen Köln und Dortmund so ausgebaut werden, dass eine Verbindung im 15-Minuten-Takt mit RRX-Zügen möglich wird. Damit wird jedoch nicht vor 2030 gerechnet.

(dpa)
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