Karlsruhe/Köln: Streit um ersteigertes Pferd geht in neue Runde

Karlsruhe/Köln: Streit um ersteigertes Pferd geht in neue Runde

Der Rechtsstreit um ein für rund 160.000 Euro ersteigertes, angeblich verhaltensauffälliges Pferd geht in eine neue Runde. Die Käuferin, die mit ihrer Klage auf Rückerstattung des Kaufpreises vor dem Landgericht Köln und dem Oberlandsgericht Köln gescheitert war, bekommt nun möglicherweise doch ihr Geld zurück.

Denn der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gab am Mittwoch ihrer Revision im Ergebnis statt, verwies die Sache aber zur weiteren Sachaufklärung an das Oberlandesgericht (OLG) Köln zurück.

Unklar sei, ob die von der Klägerin festgestellte Verhaltensauffälligkeit des „Freikoppens” bereits bei Übergabe des Pferdes vorhanden war. Das sei von der Klägerin zu beweisen. Hierzu muss laut BGH noch ein Gutachten eingeholt werden. Beim „Freikoppen” ist eine Art „Rülpser” zu hören, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Koliken führen kann und den Zucht- und Wiederverkaufswert eines Pferdes mindert.

Die Klägerin, die hobbymäßig ein Gestüt betreibt, verlangt vom Verband Hannoverscher Warmblutzüchter die Rückerstattung des Kaufpreises für die im Januar 2005 in einer Auktion des Verbands ersteigerte Stute. Der anerkannte Pferdezuchtverband organisiert jährlich mehrere Auktionen, bei denen Pferde von Verbandsmitgliedern versteigert werden. In den Auktionsbedingungen heißt es, dass bei der öffentlichen Versteigerung die Pferde „wie besichtigt und geritten” verkauft werden, und zwar „unter Ausschluss jedweder Sachmängelhaftung”.

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