Köln: Streit im WDR um Hörfunkdirektorin

Köln: Streit im WDR um Hörfunkdirektorin

Die Entscheidung von WDR-Intendant Tom Buhrow, die Programmdirektorin von Antenne Bayern, Valerie Weber, zur Hörfunkdirektorin zu machen, stößt im Westdeutschen Rundfunk auf große Bedenken.

Die Redakteursvertretung des Senders will deswegen am Dienstag zu einem Gespräch mit dem Intendanten zusammentreffen. Für Mittwoch hat die Redakteursvertretung zu einer außerordentlichen Redakteursversammlung eingeladen, an der auch Buhrow teilnehmen soll.

Der Intendant hatte am Donnerstag bekanntgeben, dass er die aus München stammende Weber zur Hörfunkdirektorin des WDR berufen wolle. Sie sei „eine der erfolgreichsten Radiofrauen in Deutschland“, sagte er. Der Rundfunkrat muss der Berufung Webers noch zustimmen.

In der Mitteilung der Redakteursvertretung heißt es, Valerie Weber habe in ihrer beruflichen Karriere niemals bei einem öffentlich-rechtlichen Sender gearbeitet. Auch Kenntnisse von Land, Leuten, Kultur und Wirtschaft in NRW seien bei ihr nicht ersichtlich.

Im Sender kursiert ein Brief, der mit 75 Unterschriften von Redakteuren am Freitag an Buhrow geschickt wurde. Unter anderem wird gefragt, ob eine Persönlichkeit wie Valerie Weber, „die ihre Erfolge ausschließlich im Privatfunk erzielt“ habe, „plötzlich überzeugte Anhängerin des öffentlich-rechtlichen Systems sein und es in diesen schwierigen Zeiten mit Leidenschaft führen und nach außen verteidigen“ könne.

Weber fiel in ihrer Zeit als Programmdirektorin von Antenne Bayern und beim Stuttgarter Privatsender Antenne 1 vor allem durch Marketingaktionen auf. Unter anderem ließ sie überm Sendegebiet Duftstoffe aus einem Flugzeug abwerfen. 2006 verteidigte sie Gewinnspiele mit den Worten: „Es ist enorm wichtig, dass wir die Menschen zum Spielen bringen, denn das erlaubt ihnen das Abtauchen in eine Scheinwelt, um den Problemen des Alltags zu entfliehen.“

(epd)
Mehr von Aachener Zeitung