Aachen: Strafe im Selfie-Skandal abgemildert

Aachen: Strafe im Selfie-Skandal abgemildert

Der Krankenpfleger Cem K., einer der Verurteilten im Selfie-Skandal an der Aachener Uniklinik, hat vor dem Aachener Landgericht eine leichte Abmilderung seiner ursprünglichen Strafe erreicht.

In der Berufungsverhandlung wurde der 29-Jährige am Dienstag zu einer Geldstrafe von 3000 Euro wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs in einem Fall verurteilt.

Ursprünglich hatte das Amtsgericht K. wegen dreier Fälle verurteilt — zwei Handy-Fotos und ein Video von Notfall-Patienten der Uniklinik in zum Teil entwürdigenden Posen — reichten in erster Instanz für sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 750 Euro Geldstrafe. Dieses Urteil vom Januar wurde nun vom Aachener Landgericht zum Teil aufgehoben.

K.‘s Verteidiger Harry Völker hatte vor Gericht die schwache Beweislage bezüglich der Fotos und insgesamt das Dulden der Taten durch K.‘s Vorgesetzten geltend gemacht und um „milde Strafe gebeten“. K. wisse, dass das „keine tolle Sache“ gewesen sei, habe sich aber nichts dabei gedacht und sich dafür entschuldigt.

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Gericht konnten dieser Argumentation folgen, sahen im Fall des Videos die Täterschaft von Cem K. aber als erwiesen an. K. hatte damals das Gesicht einer desorientierten Patientin in der Notaufnahme gefilmt und sich selbst dabei als „Terrorist“ vorgestellt.

Der Vorsitzende Richter Sebastian Puth nannte die Tat „unreif, geschmacklos und verletzend“. K. habe einen alten, kranken Menschen vorgeführt, das verleihe der Tat Schwere. Die nun festgesetzte Strafe von 3000 Euro ahnde das ausreichend.

Für Cem K., der zwar wieder als Krankenpfleger arbeitet, sich aber wegen privater Schulden in einem Insolvenzverfahren befindet, dürfte es eine harte Strafe sein.

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