Stephan Keller will Oberbürgermeister von Düsseldorf werden

Kommunalwahlen : Kölner Stadtdirektor will Düsseldorfer CDU-Oberbürgermeister werden

Das Rennen um die Verwaltungsspitze in der Landeshauptstadt könnte spannend werden: Überraschend tritt der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller für die CDU als Oberbürgermeister-Kandidat an. Für die Christdemokraten ein Coup.

Der Kölner Stadtdirektor Stephan Keller (49) soll in Düsseldorf bei den Kommunalwahlen als CDU-Spitzenkandidat und für das Oberbürgermeister-Amt ins Rennen gehen. „Ich stehe zur Verfügung“, teilte Keller am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Die „Westdeutsche Zeitung“ hatte zuvor über die Personalie berichtet.

Keller war von 2011 bis 2016 Beigeordneter in Düsseldorf und wechselte dann in die Kölner Verwaltung, wo er als Stadtdirektor unter anderem für die Bereiche Ordnung und Recht zuständig ist. Keller lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. In seiner Zeit als Dezernent hat er sich dort einen guten Namen gemacht. Im vergangenen April hatte es erste Gerüchte um Kellers Kandidatur als OB gegeben. Damals sagte er dem Kölner „Express“: „Nein, ich werde nicht für das Amt des Oberbürgermeisters von Düsseldorf kandidieren.“

Die Hintergründe des Sinneswandels blieben zunächst unklar. In der Landeshauptstadt wurde seit Wochen gerätselt, wen die CDU ins Rennen schicken würde. Unter anderem wurde die frühere Politikerin und Managerin Hildegard Müller als Kandidatin gehandelt, die nun allerdings Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wird. Lokale Medien hatten zuletzt sogar einen stadtbekannten Bäcker als Kandidaten ins Rennen gebracht, der für die CDU erstmals bei der Kommunalwahl antreten will.

Bei den Wahlen am 13. September tritt Düsseldorfs amtierender Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) zur Wiederwahl an. Die Grünen haben den Landtagsabgeordneten Stefan Engstfeld nominiert, die FDP die Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die Linke und AfD wollen ihre Kandidaten noch nominieren.

Die Spitze der Landeshauptstadt war 15 Jahre lang in der Hand der CDU. 2014 löste der ehemalige Manager und SPD-Politiker Thomas Geisel in einer Stichwahl Amtsinhaber Dirk Elbers (CDU) ab. Vor wenigen Tagen war Geisel in den Wahlkampf eingestiegen, indem er eine Internet-Seite zur Wahl scharf schaltete und mehrere Unterstützer vorstellte. Auffallend: Nirgends auf seiner Internet-Seite ist das SPD-Logo zu sehen. Geisel begründete das damit, dass die OB-Wahl eine Personenwahl sei.

FDP-Kandidatin Marie Agnes Strack-Zimmermann hatte bereits mit mehreren Aktionen an der umstrittenen Düsseldorfer Umweltspur für Aufsehen gesorgt. Unter anderem stellte sie ein Plakat mit Werbung für eine Lieder-Liste auf, die man im Stau hören könne. Grünen-Kandidat Stefan Engstfeld war vor knapp zwei Wochen mit 95,7 Prozent der Stimmen von seiner Partei nominiert worden.

(dpa)