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Feuerwehr und Polizei im Einsatz: Starker Schneefall sorgt in der Region für Unfälle

Feuerwehr und Polizei im Einsatz : Starker Schneefall sorgt in der Region für Unfälle

Plötzlicher starker Schneefall hat in der Nacht zu Sonntag in der Region und vielen Städten NRWs für glatte Straßen, umgestürzte Bäume und Unfälle gesorgt. Zu Behinderungen kam es unter anderem auf der A4 am Kreuz Kerpen. Für die Nacht zu Montag gibt es eine Warnung.

Querstehende Lastwagen sorgten für Beeinträchtigungen auf Autobahnen wie der A61 am Autobahnkreuz Kerpen. Dort sperrten Beamte zeitweise die Verbindung zur A4 in Richtung Köln ab. In Köln kümmerten sich rund 400 Arbeiter des Winterdienstes mit 175 Fahrzeugen darum, Hauptverkehrsstraßen von Schnee und Eis zu befreien.

Auch die Feuerwehr Herzogenrath wurde in der Nacht zu insgesamt acht Einsatzstellen alarmiert. Äste und Bäume waren unter der Last des Schnees eingeknickt und hatten Gehwege und Fahrbahnen versperrt. Auf der Alsdorfer Straße war ein Baum auf zwei geparkte Autos gestützt und hatte diese massiv beschädigt. Um Straßen und Gehwege wieder sicherzumachen, zerkleinerten die Einsatzkräfte mit Kettensägen Äste und Bäume.

Wie ein Sprecher der Aachener Feuerwehr mitteilte, hatte die Feuerwehr allein bis zum frühen Sonntagnachmittag rund 50 witterungsbedingte Einsätze, zu bewältigen, vor allem in der Innenstadt. In einigen Fällen hatten herabfallende Äste auch geparkte Autos beschädigt. Auch die Polizei der Städteregion Aachen meldete 15 Einsätze im Zeitraum von 3 Uhr bis 6 Uhr, die mit dem starken Schneefall im Verbindung standen. In Eschweiler-Bergrath stieß ein Auto gegen eine Laterne und rutschte dann in den neben der Straße liegenden Bach.

Ähnliche Meldungen kamen aus Würselen, wo bis zum Mittag die Kräfte der Feuerwache, der Löschzüge Würselen-Mitte und Bardenberg zu insgesamt 14 schneebedingten Einsätzen ausrückten.

Zu ingesamt 15 witterungsbedingten Einsätzen musste die Feuerwehr Stolberg ausrücken. Bereits um 4.14 Uhr schrillten die Alarmglocken das erste Mal. Ein großes Zirkuszelt in Büsbach war aufgrund der Schneelast abgesackt. Ab 8 Uhr folgten die weiteren Einsätze im Minutentakt. Umgestürzte Bäume versperrten die Straßen, etwa auf der Straße Bernhardshammer. Im Waldbereich an der Münsterau hatte sich ein Radfahrer bei einem Sturz so schwer verletzt, dass er in ein Krankenhaus transportiert werden musste.

 Um Straßen und Gehwege wieder sicherzumachen, zerkleinerten die Einsatzkräfte mit Kettensägen Äste und Bäume.
Um Straßen und Gehwege wieder sicherzumachen, zerkleinerten die Einsatzkräfte mit Kettensägen Äste und Bäume. Foto: Feuerwehr Herzogenrath

Die Polizei Düren berichtete dagegen von einer ruhigen Nacht. Erst gegen 9 Uhr gingen Meldungen von kleineren Unfällen und Gefahrenstellen bei den Beamten ein. Insgesamt mussten die Polizisten zu sechs witterungsbedingten Einsätzen ausrücken.

Feuerwehr-Einsatzleiter René Krahe aus Eschweiler appellierte an die Bürger: „Wir empfehlen Obacht zu geben und sich nicht in der Nähe von Bäumen aufzuhalten“. Die Schneelast auf den Bäumen sei nicht zu unterschätzen. Das Ordnungsamt der Stadt Eschweiler habe bereits einige Spielplätze schließen lassen.
Michael Konrads, Sprecher der Feuerwehr Stolberg, ließ ähnliches verlauten: Für die kommende Nacht seien wieder Schnee und Glätte vorhergesagt, deshalb mahnt er zur Vorsicht.

Bis zu 17 Zentimeter Schnee

Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bildete die Stadt Essen mit einer Schneedecke von bis zu 17 Zentimetern am Sonntagmorgen die Schnee-Spitze in NRW. Dort verzeichnete die Polizei bis zum Sonntagmorgen rund 23 Einsätze wegen des Wetters. Auch in Wuppertal und Solingen war die Feuerwehr vermehrt im Einsatz.

An der Corona-Teststation einer Solinger Lungenfachklinik brachen durch die Schneelast Zelte zusammen. Das Testzentrum sei wieder in Regelbetrieb, teilte die Feuerwehr am Mittag mit. Auch in Heinsberg stürzte ein Zelt eines Zirkus, der auf einem Parkplatz im Ort eine vorläufige Bleibe gefunden hatte, unter den Schneemengen ein. Unterstützer bemühten sich deshalb am Sonntag auf Facebook um Spenden.

Am Flughafen Köln/Bonn musste bis in den frühen Vormittag hinein immer wieder der Flugbetrieb unterbrochen werden. „Der Winterdienst war im Dauereinsatz“, sagte ein Sprecher. Zu Ausfällen kam es aber nicht. Weichenstörungen und Gegenstände im Gleis sorgten bei der Deutschen Bahn zeitweise für Verspätungen und Teilausfällen von Regionalzügen und S-Bahnen.

Nachdem in der Nacht und am frühen Sonntagmorgen besonders der Niederrhein vom Schneefall betroffen war, verlagerte sich dieser später in Richtung Sauerland. In Lüdenscheid wuchs die Schneedecke dem Wetterdienst zufolge innerhalb von vier Stunden von acht auf 17 Zentimeter. Bereits am Samstag hatten Gemeinden wie Winterberg im Sauerland angekündigt, ihre Pisten abzusperren. „An den Stellen, wo gerodelt werden darf, haben wir überhaupt keine Verstöße“, bilanzierte ein Polizeisprecher des Hochsauerlandkreises am Sonntag. Insgesamt seien weniger Schneetouristen am Wochenende gekommen.

In der letzten Januarwoche kann es vor allem in den Nächten noch einmal winterlich weitergehen: In der Nacht zu Montag warnte der Wetterdienst vor Glätte und überfrierender Nässe. Im Südwesten des Landes soll dann wieder Schnee fallen. Der Montag stehe vielerorts im „Zeichen des Schauers“, sagte eine DWD-Meteorologin. Die Temperaturen lägen tagsüber zwischen zwei und vier Grad, bevor es in der Nacht zu Dienstag erneut schneien könne - im Bergland sei auf jeden Fall damit zu rechnen, im Flachland sei Regen oder Schneeregen möglich.

(red/dpa/pol)