1. Region

Köln: Stadtarchiv: Erster Schritt in die Normalität

Köln : Stadtarchiv: Erster Schritt in die Normalität

Rund drei Monate nach dem Einsturz des Historischen Archivs in Köln machen die Archivare einen ersten Schritt in die Normalität. An diesem Montag öffnet im Stadthaus Deutz ein provisorischer Lesesaal, in dem vor allem Wissenschaftler zum ersten Mal wieder Dokumente einsehen können - allerdings auf Mikrofilmen.

Die Filme stammten aus der sogenannten Bundessicherungsverfilmung (1963), bei der bundesweit wichtige Dokumente aus Museen auf Filmen archiviert wurden. Die in Köln-Deutz zur Verfügung stehenden Filme seien Zweitexemplare, teilte das Historische Stadtarchiv am Donnerstag in seiner provisorischen Unterkunft im Stadthaus mit.

Nach dem Abschluss der ersten Bergungsphase beginne jetzt die Suche nach weiteren Dokumenten im Grundwasser des Einsturztrichters. „Da muss noch viel drin liegen”, sagte die Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia. Bisher wurden 85 Prozent der Bestände aus den Trümmern geborgen. Der Einsturz war wahrscheinlich durch Bauarbeiten für die U-Bahn verursacht worden.

Schmidt-Czaia will die in zwölf „Asylarchive” ausgelagerten Dokumente möglichst schnell zusammenführen. „Wir wollen nicht warten, bis der Neubau steht. Das würde uns zu viele Jahre zurückwerfen”, sagte die Archiv-Chefin. Dafür brauche das Archiv schnell Platz. Dringend notwendig seien die Einrichtung der Abteilung für Restaurierung, Verfilmung und Digitalisierung und ein Platz für Büros und Konferenzzimmer. „Wir suchen drei Standorte”, sagte die Archiv- Chefin.