Aachen: „Stadt, Land, Fluss“: Zwei Wochen quer durchs Aachener Land

Aachen : „Stadt, Land, Fluss“: Zwei Wochen quer durchs Aachener Land

Im Urlaub ist das Interesse an der Umgebung groß. Exkursionen, Stadtführungen und Wanderungen — die meisten wollen so viel wie möglich mitnehmen aus der fremden Region. Zu Hause, dort, wo der Alltag fest verankert ist, sieht das oft anders aus.

Diese Feststellung von Martin Pflaum beschreibt im Grunde den Punkt, an dem die Veranstaltungsreihe „Stadt, Land, Fluss“ ansetzen möchte. Pflaum ist Projektleiter der Reihe beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) und sagt: „Viele wissen gar nichts von den kleinen Kostbarkeiten direkt vor der Haustür.“ Und: „Oft wird darauf aber auch nicht genug hingewiesen.“

Von Herzogenrath bis Düren

„Stadt Land Fluss — Vielfalt im Aachener Land“ heißt die Veranstaltungsreihe, die das ändern möchte — wobei mit Aachener Land nicht unbedingt die Region gemeint ist, sondern die Kulturlandschaft. Und die erstreckt sich laut LVR von Herzogenrath über das Hohe Venn und die Eifel bis hin zu einem Teil von Düren.

Insgesamt 86 Angebote in 16 Tagen mit mehr als 50 Kooperationspartnern in der ganzen Region — das Programm ist bunt, breitgefächert und kann sich sehen lassen: Exkursionen, Seminare, Vorträge und Wanderungen sind mit dabei. Los geht‘s am Samstag. Das Besondere: Fast alle Angebote sind ohne Eintritt, die Kosten trägt der LVR. Außerdem sind viele der Projekte barrierefrei gestaltet und im Programmheft entsprechend mit Piktogrammen gekennzeichnet.

Schon in den 60er Jahren gab es ein ähnliches Angebot des Landschaftsverbands, seit 2011 lebt das Projekt wieder auf. Alle zwei Jahre stellt der LVR eine andere Region aus NRW vor, der Fokus liegt auf der Kultur- und Industrielandschaft, aber auch auf dem Naturschutz. Im Niederbergischen Land, am Unteren Niederrhein und in der Ville war die Veranstaltung schon zu Gast.

Organisatoren sind, neben dem LVR, die Nabu-Naturschutzstation Aachen, die Biologischen Stationen der Städteregion Aachen und Düren sowie der Naturpark Nordeifel. Sie haben wiederum Kooperationspartner ins Boot geholt, so dass rund 50 Partner am Programm beteiligt sind. „Es geht dabei auch darum, neue Kooperationen zu finden und Angebote zu erschaffen, die es vorher in der Form nicht gab“, sagt Pflaum. Und: „Das Ganze soll nachhaltig sein.“ Das heißt: Bestenfalls bleiben Kooperationen bestehen und entwickeln sich womöglich sogar langfristig als Dauereinrichtung.

Inde, Parkdenkmal, Fledermäuse

Den Auftakt macht am Samstag um 10 Uhr die Veranstaltung „Das Leben von und auf der Streuobstwiese“ am Dreiländerweg in Aachen, bei der die alten und lokalen Apfelsorten vorgestellt werden und die Artenvielfalt des Lebensraums Streuobstwiese im Mittelpunkt steht. Grenzen überschreiten — im wörtlichen Sinne — die Teilnehmer am Sonntag um 13 Uhr auf dem Naturlehrpfad Raeren.

Am Samstag, 7. Oktober um 10 Uhr steht die biologische Vielfalt entlang der umverlegten Inde auf dem Programm. Vom Blausteinsee in Eschweiler führt ein sieben Kilometer lange Rundtour über Wald- und Wirtschaftswege. Ebenfalls auf dem Programm steht ein Angebot der Lousberg Gesellschaft in Aachen, die das historische Parkdenkmal am Samstag, 7. Oktober, um 14 Uhr aus einer neuen Perspektive zeigen möchte.

Wer Tiere mag, ist bei der Naturerlebnis-Nacht am Montag, 9. Oktober um 18 Uhr gut aufgehoben: Im Hürtgenwald begeben sich die Teilnehmer auf die Spuren von Bibern und Fledermäusen. Bei „Hochdeutsch Aachener Art“ berichtet ein Sprachwissenschaftler am Donnerstag, 12. Oktober um 19.30 Uhr was typische „Öcher“ Ausdrücke sind. „Wir wollen den Menschen die Kulturlandschaft ihrer Heimat in allen Facetten vor Augen führen“, sagt Pflaum.