Köln: Stadt Köln stellt Planung für Domumgebung vor

Köln: Stadt Köln stellt Planung für Domumgebung vor

Die Stadt Köln hat ein städtebauliches Planungskonzept für die Domumgebung vorgestellt. Die größten Veränderungen soll es demnach auf der dem Rheinufer zugewandten Ostseite des Weltkulturerbes geben, wie Baudezernent Bernd Streitberger am Dienstagabend in Köln erläuterte.

Hervorstechendes Merkmal ist eine vorgesehene Öffnung der Domplattform, die in diesem Bereich eine Straße überspannt. Damit gewinne auch das frühchristliche Baptisterium östlich des Domchores „einen würdevollen Raum” zurück, hieß es.

Der Kölner Dom steht seit 1996 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Das Bauwerk gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und zieht täglich bis zu 30.000 Besucher an.

Für das angrenzende Museum Ludwig ist ein gesonderter Treppenaufgang von der Bahnhofsvorplatzebene vorgesehen. Die Planung sieht zudem eine attraktivere Wege- und Verkehrsbeziehung zwischen Bahnhofsvorplatz in Richtung Altstadt vor.

Hier solle ein „Boulevard mit Aufenthaltscharakter” entstehen, teilte die Stadt mit. Auch würden „Angsträume” beseitigt. „Mit dieser Planung wird in der Umsetzung eine verbesserte Qualität des Umfeldes erzielt und damit der Welterbestätte Kölner Dom die in der Öffentlichkeit lang vermisste Referenz erwiesen.”

Derzeit gleicht die von der Domplatte und dem Museum Ludwig überbaute Straße einer Betonröhre. Von Fußgängern wird sie selten und nur ungern benutzt. Das freigelegte Baptisterium fristet ein Nischendasein. Zuletzt hatte die Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner des unwürdigen Zustand rund um das Taufbecken aus dem 5. Jahrhundert kritisiert; der Ort werde von Dealern und Obdachlosen genutzt. In jeder anderen Stadt wäre ein solches Baptisterium eine archäologische Sensation. In Köln dagegen kenne es keiner.

Die Grundzüge des Gesamtkonzepts wurden nach Angaben der Stadt vom Münchner Architektenbüro Allmann/Sattler/Wappner entwickelt. An den Leitlinien hatten auch Anlieger, Institutionen sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung mitgearbeitet. Es gelte, wieder „einfach lesbare räumliche Situationen mit Aufenthaltsqualitäten” zu erzeugen.