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Tod der achtjährigen Milly: Staatsanwaltschaft sieht bei Autorennen auf der Hahner Straße keinen Tötungsvorsatz

Tod der achtjährigen Milly : Staatsanwaltschaft sieht bei Autorennen auf der Hahner Straße keinen Tötungsvorsatz

Im Prozess um den Unfalltod der achtjährigen Milly auf der Hahner Straße im August 2020 ist die Staatsanwaltschaft in ihren Plädoyers vom Mordvorwurf abgerückt.

Sie forderte für die beiden Angeklagten jeweils eine Jugendstrafe von fünf Jahren wegen vorsätzlicher Teilnahme an einem Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte.

Zwar gehe die Staatsanwaltschaft noch immer davon aus, dass die beiden heute 20 und 21 Jahre alten Männer sich am 3. August 2020 ein illegales Rennen auf der Hahner Straße geliefert hatten, ehe einer von ihnen mit einem entgegenkommenden Wagen zusammenstieß, in dem das Mädchen saß. Jedoch habe aus Sicht der Staatsanwaltschaft kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden können.

Beim Prozess sagte auch die Familie der Achtjährigen aus, die den Unfall auf der Strecke zwischen Roetgen-Rott und Simmerath-Lammersdorf überlebte. Ihre Tochter starb hingegen drei Tage später im Krankenhaus. Zahlreiche Experten hatten im Prozess den Unfallhergang rekonstruiert, zudem wurden Bekannte der Anklagten befragt.

Die Verteidiger der Angeklagten sahen in ihren Plädoyers die Voraussetzungen für eine Jugendstrafe nicht gegeben. Am Donnerstagnachmittag will das Gericht das Urteil verkünden.

(dpa/red)