Kriegsbombe in Köln: Sperren ignoriert und Polizist angegriffen

Kriegsbombe in Köln : Sperren ignoriert und Polizist angegriffen

Tagtäglich werden in NRW Blindgänger und Munition aus den beiden Weltkriegen entschärft. Sicherheitshalber müssen Gebäude evakuiert werden. In Köln kam es durch Uneinsichtige zu Verzögerungen.

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Köln haben Fußgänger nach Angaben der Stadt an mehreren Stellen die Absperrung missachtet und so die Evakuierung verzögert. Ein Polizist sei sogar tätlich angegriffen worden, teilte die Stadt am frühen Montagabend mit. Nach Polizeiangaben soll es sich bei dem Angreifer um einen älteren Anwohner handeln, der nicht eingesehen haben, dass er während der erforderlichen Absperrung diesen Bereich nicht betreten könne. Verletzte habe es aber nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Außerdem hat nach Stadtangaben ein Unbekannter eine Drohne über der Baustelle, auf der der Blindgänger gefunden worden war, fliegen lassen. Die Drohne sei dann zwei Blocks weiter runtergegangen. Der Besitzer, nach dem gesucht wurde, sei zunächst nicht entdeckt worden.

Im Stadtteil Ehrenfeld mussten am Montag 4800 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Zudem konnten wegen der Sperrung ab Montagmittag keine Züge am Bahnhof Ehrenfeld halten. Betroffen waren mehrere Regionalzug-Verbindungen. Der Blindgänger war am Morgen bei Sondierungsarbeiten gefunden worden. In einem Radius von rund 300 Metern mussten sich die Anwohner vorsorglich in Sicherheit bringen.

Die Weltkriegsbombe wurde laut Stadt kurz nach 19.30 Uhr erfolgreich entschärft. In einer Anlaufstelle in einer Schule hielten sich am Abend bis zu 138 Personen auf. Es gab 58 Krankentransporte. Fast 100 Mitarbeiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes, 25 Polizisten sowie Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsdiensten waren beteiligt.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung