Trendbarometer: SPD liegt in NRW hinter Grünen

Trendbarometer : SPD liegt in NRW hinter Grünen

Würde am Sonntag ein neuer Bundestag oder ein neuer NRW-Landtag gewählt, müsste vor allem die SPD laut Umfrage stark Federn lassen. Sie wäre deutlich hinter den Grünen nur noch Nummer drei im Land.

Die SPD verliert einer Umfrage zufolge in Nordrhein-Westfalen weiter deutlich an Zustimmung. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die SPD in NRW auf nur noch 17 Prozent - neun Punkte weniger als 2017 - und würde hinter den Grünen auf Platz drei landen.

Das hat das jüngste RTL/n-tv-Trendbarometer von Forsa ergeben. Die SPD würde damit in NRW stärker verlieren als im Bundesschnitt. Auch im Ruhrgebiet - einstige „Herzkammer“ der Sozialdemokratie - verzeichnet die Umfrage einen starken Rückgang. Die SPD käme dort aktuell auf 20 Prozent, also elf Punkte weniger als bei der Bundestagswahl 2017.

Die CDU könnte im bevölkerungsreichsten Bundesland mit 27 Prozent rechnen - nach 32,6 Prozent bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren. Die Grünen würden laut Umfrage aktuell mit 25 Prozent zweitstärkste Kraft - und würden sich damit ganz außerordentlich verbessern (2017: 7,6 Prozent).

Würde am Sonntag der Düsseldorfer Landtag neu gewählt, könnte die NRW-CDU laut Trendbarometer nur noch 29 Prozent (2017: 33 Prozent) erreichen. Die Grünen würden einen fast viermal so hohen Stimmanteil erhalten wie bei der letzten Landtagswahl - nämlich 24 Prozent (2017: 6,4 Prozent). Die SPD käme nach starken Einbußen auf 18 Prozent (2017: 31,2 Prozent) und würde damit auf Platz drei landen. Die FDP landet der Umfrage zufolge bei 11 Prozent, die AfD bei 7 Prozent und die derzeit nicht im Landesparlament vertretene Linke könnte mit 5 Prozent wieder einziehen.

Wenn die SPD sogar im Ruhrgebiet binnen zwei Jahrzehnten rund zwei Drittel ihrer Wähler verliere und nur noch drittstärkste politische Kraft sei, offenbare das die „extrem dramatische Situation der Sozialdemokratie“, zitierte die Mediengruppe RTL am Samstag in Köln Forsa-Chef Manfred Güllner. Die Partei habe den Draht zur „arbeitenden Klasse“ offenbar verloren.

Bei der Bundestagswahl 1998 hatten sich den Angaben zufolge im Ruhrgebiet fast 1,863 Millionen Wähler für die SPD entschieden. 2017 waren es noch 845.000 Stimmen und laut Umfrage sank die Wählersubstanz nun im Sommer 2019 auf knapp 600.000 Personen im Ruhrgebiet.

(dpa)
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