1. Region

Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro: Soziale Arbeit soll nach Corona-Krise digitaler werden

Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro : Soziale Arbeit soll nach Corona-Krise digitaler werden

Schuldnerberatung oder Senioren-Treffen per Video-Schalte und Internet für alle Altenheime – die Corona-Krise soll der sozialen Arbeit in vielen Bereichen zu einem Digitalisierungsschub verhelfen.

Durch die Kontaktbeschränkungen während der Coronavirus-Krise etwa in Heimen für Senioren oder Menschen mit Behinderung oder bei sozialen Diensten seien gewohnte Gruppentreffen, Freizeit- und Beratungsangebote oft nicht mehr möglich, sagte der Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, Peter Preuß, am Dienstag in Düsseldorf. „Manche Menschen erreichen wir nicht mehr, oder sie kommen nicht mehr.“ Daher habe die Stiftung ein Förderprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro aufgelegt, mit dem gemeinnützige Träger von Einrichtungen der Freien Wohlfahrtshilfe Digitalisierungsprojekte finanzieren können.

So könnten etwa bei der Beratung von Schuldnern oder Suchtgefährdeten verstärkt Tablets eingesetzt werden, sagte Johannes Hensel von der Freien Wohlfahrtspflege NRW. Die Geräte würden an die Beratungssuchenden ausgeteilt. „Die Tablets verschwinden nicht, diese Erfahrung haben wir gemacht“, sagte Hensel. Bei Seniorentreffen könnten über Video die Menschen zugeschaltet werden, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen könnten, sagte Cornelia Schlebusch vom Projektträger Jülich. Das Forschungszentrum Jülich managt das Programm.

Gefördert werden Projekte von 5000 bis 100.000 Euro für maximal ein Jahr. Die Einrichtungen müssen sich mit fünf Prozent an den Kosten beteiligen. Mit den Projekten sollen nicht nur die Folgen der Corona-Pandemie abgemildert, sondern die Organisationen auch fit für die Zukunft gemacht werden.

Die Stiftung Wohlfahrtspflege erhält jährlich etwa 25 Millionen Euro aus der Spielbankenabgabe. Seit ihrer Gründung 1974 floss etwa eine Milliarde Euro in fast 7000 Projekte. Auch durch die beschlossene Privatisierung der Spielbanken in NRW werde sich an der Konzessionsabgabe nichts ändern, sagte Preuß.

(dpa)