Kinderstuben trocknen aus: Sorge um Frosch-Nachwuchs in NRW

Kinderstuben trocknen aus : Sorge um Frosch-Nachwuchs in NRW

Amphibien-Experten in Nordrhein-Westfalen befürchten nach der Frühjahrs-Trockenheit wieder starke Einbrüche beim Nachwuchs von Frosch, Molch und Lurch. Viele kleine Gewässer seien trocken und damit auch Eier oder Larven vertrocknet, bilanzierte Martin Schlüpmann vom Arbeitskreis Amphibien und Reptilien NRW.

„Diese zunehmende Trockenheit - und vieles spricht dafür, dass wir eine zunehmende Frühjahrs- und Frühsommertrockenheit haben - ist für viele Amphibien fatal“, sagte Schlüpmann.

Betroffen seien Arten, die flache Kleingewässer besiedeln, wie etwa der Grasfrosch. Eigentlich seien flache Kleingewässer ein guter Ort für den nachwuchs, weil es dort weniger Feinde gebe. Vom Laichballen eines Grasfroschs mit über 2000 Eiern komme trotzdem nur ein ganz kleiner Teil durch. „Das hat immer ausgereicht für eine vernünftige Reproduktion“, sagte Schlüpmann.

Mittlerweile würden aber auch Laich-Gewässer austrocknen, in denen es vorher nie ein Problem gegeben habe. „Das nimmt zu“, stellte der Experte fest. Selbst Gewässer in Waldgebieten, wo die Situation immer gut gewesen sei und sich die Larven gut entwickeln konnten, „sind jetzt aber schon im zweiten Jahr tieftrocken.“ Viele bekannte Laichplätze seien mit Blick auf den Nachwuchs ein Ausfall. Die Folgen dieser Entwicklung insgesamt seien überhaupt noch nicht absehbar.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung