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Wegen hoher Zahlen: Soko zu Geldautomatensprengungen macht weiter

Wegen hoher Zahlen : Soko zu Geldautomatensprengungen macht weiter

Weil die Zahlen der Delikte nicht sinken, macht die Sonderkommission weiter. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sieht Fortschritte.

Die Zahl der Geldautomatensprengungen in Nordrhein-Westfalen steigt weiter an. In diesem Jahr hat es hier bereits rund 130 Fälle gegeben, wie die „Westfälischen Nachrichten“ am Montag unter Berufung auf das NRW-Innenministerium berichteten. 19 Tatverdächtige seien demnach ermittelt und festgenommen worden.

Im August hatte das Ministerium bereits bilanziert, dass sich die Zahl der Sprengungen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht und die Brutalität der Täter zugenommen habe.

Wegen dieser Entwicklung werde die eigentlich nur auf sechs Monate angelegte Sonderkommission (Soko) gegen Geldautomatensprengungen um weitere sechs Monate bis Ende März 2023 verlängert, kündigte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) an. „Ich glaube, dass wir dem Phänomen mit dem richtigen Ansatz begegnen“, sagte er der Zeitung. „Wir erzielen Fortschritte im Bereich der Prävention und sind im fruchtbaren Austausch mit den Banken.“

So habe die fünfköpfige Soko unter anderem neue kriminaltechnische Standards für dieses Deliktfeld eingeführt und die Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden verstärkt.

Ende Februar hatte es einen „Bankengipfel“ im Innenministerium gegeben, bei dem die Geldinstitute gemeinsam mit der Polizei Maßnahmen zur Risikobewertung der rund 11.000 Geldautomaten in NRW vorgenommen hatten. Das Ministerium hatte den Gesamtschaden durch Geldautomatensprengungen allein für das erste Halbjahr 2022 auf rund 10,7 Millionen Euro beziffert.

(dpa)