Sohn soll 89-jährige Mutter in Aachen-Haaren umgebracht haben

Mordverdacht in Aachen : Der eigene Sohn soll die 89-jährige Frau umgebracht haben

Der gewaltsame Tod einer 89-jährigen Frau im Aachener Stadtteil Haaren am vergangenen Donnertag scheint aufgeklärt. Der Sohn des Opfers ist verdächtig, seine Mutter umgebracht zu haben. Aber auch der 50-Jährige lebt nicht mehr.

Der Spur zu dem Mord in Aachen-Haaren wurde in 85 Kilometer Entfernung zum Tatort aufgenommen. Am frühen Morgen des 21. Novembers ereignete sich im belgischen Diest ein rätselhafter Unfall. Auf der Straße Beringenbaan prallte gegen 4.50 Uhr ein Auto auf einer geraden Straße gegen einen Baum.

Warum der Fahrer mit seinem schwarzen Golf von der Fahrbahn abkam, ist ungeklärt. Als Passanten ihn entdeckten, war der 50-Jährige bereits tot. Später ermittelten Sachverständige, dass er mit 100 Kilometern pro Stunde gefahren war. Erlaubt sind auf der N29 nur 70 Kilometer. Technische Mängel am Auto wurden nicht festgestellt, es gab auch keine Zeugen. Die Rettungskräfte am Unfallort standen vor einem Rätsel. Es gab keinen erkennbaren Anlass, mit hoher Geschwindigkeit von der Straße abzukommen und gegen den Baum zu fahren.

Der Mann lebte alleine mit seiner verwitweten Mutter in einem Haushalt in Aachen-Haaren. Dort klingelten in der Straße „Auf Überhaaren“ am späten Donnerstagabend Polizeibeamte, um die 89-Jährige über den Tod ihres Sohnes zu informieren.

Bei Nachbarn hatten sie sich zunächst vorsichtshalber nach dem Gesundheitszustand der Seniorin erkundigt. Die Nachbarn sagten dabei, es sei ungewöhnlich, dass der Sohn die Mutter allein lasse. Als niemand öffnete, gingen die Polizisten in die Wohnung.

Im Haus fanden die Polizeibeamten den Leichnam der Seniorin, der „Spuren massiver Gewalteinwirkung“ aufwies, sagt die Staatsanwaltschaft. Konkretere Angaben zu den Verletzungen machte die Behörde zunächst nicht.

Der Sohn stand schnell im Verdacht, seine Mutter umgebracht zu haben, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aachen, Golriez Litterscheid, am Mittwoch. Anhaltspunkte für eine Beteiligung weiterer Personen gebe es nicht.

Die Ermittler wollen aktuell weder ausschließen noch bestätigen, dass er sich Stunden nach der Tat selbst getötet hat. Ein Abschiedsbrief wurde nicht gefunden. Auch das Motiv ist unbekannt, die Befragungen von Zeugen, die Auskunft über das Verhältnis Mutter und Sohn geben können, läuft immer noch.

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(pa)