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So pünktlich sind die Züge in der Region Aachen/Düren/Heinsberg

Wie pünktlich sind die Züge in der Region? : Pendler in Richtung Köln und Ruhrgebiet brauchen starke Nerven

Der RE1 und 4 gehören zu den Sorgenkindern der Bahn in Sachen Pünktlichkeit. 2019 gehörten sie erneut zu den Schlusslichtern in der Statistik. Bei den kleinen Zugstrecken in der Region sieht es jedoch besser aus. Die Hoffnung ruht auf den neuen Zügen des Rhein-Ruhr-Express.

Der aktuelle Qualitätsbericht 2019 zum Schienennahverkehr in NRW stellt den wichtigsten Regionalexpress-Linien in der Region kein gutes Zeugnis aus. Direkt hinter der unpünktlichsten Linie, dem RE5 von Wesel nach Koblenz mit 60,4 Prozent pünktlicher Fahrten, folgen die Linien 1 und 4 von Aachen nach Hamm beziehungsweise Dortmund. Als unpünktlich gilt dabei ein Zug erst, wenn er mehr als 3 Minuten und 59 Sekunden verspätet ankommt.

Unpünktlich ins Ruhrgebiet

So lesen sich die genauen Werte: Auf der Linie des RE1 waren 70 Prozent aller Fahrten pünktlich. Das ist jedoch eine Verbesserung von 11,3 Prozentpunkten gegenüber 2018. Der RE4 war mit 72,6 Prozent nur leicht besser, allerdings gab es auch hier ein Plus von 6,3 Prozentpunkten zu verbuchen . Beim RE1 fielen zudem 5,2 Prozent der Züge aus, beim RE4 waren es 3,4 Prozent.

Die Linie RE9 von Aachen nach Siegen kommt deutlich besser weg und konnte auf der ganzen Strecke gute Werte erzielen. Dies liegt auch an einer planmäßigen, kurzen Pause in Köln, mit der leichte Verspätungen abgefedert werden können. Sie verbesserte sich in beiden Kategorien auf 81 Prozent (2018: 78,9 Prozent) und drei Prozent Zugausfälle (2018: 5,2 Prozent).

Die kleineren Linien in der Region

Bei der Euregiobahn (Regionalbahn 20) sieht es hingegen vorbildlich aus. 90,7 Prozent der Fahrten waren pünktlich (2018: 85,6 Prozent) und die Ausfallquote wurde von sieben Prozent auf 3,6 Prozent gesenkt.

Die RB33 leidet auf ihrem Weg von Aachen nach Essen ebenso wie die RE4 an der Überlastung des Schienennetzes im Ruhrgebiet. 76,8 Prozent der Fahrten waren pünktlich, allerdings gibt es auch hier einen Aufwärtstrend um 5,5 Prozentpunkte.

Eine erhebliche Verbesserung gibt es bei der RE29 von Aachen nach Spa in Belgien. Der Zug, der von der belgischen Staatsbahn betrieben wird, verbesserte sich um satte 23,7 Prozentpunkte auf 76,7 Prozent pünktliche Fahrten im Jahr 2019.

Für den RE18, der von Aachen nach Maastricht verlängert wurde, liegen 2019 keine Messdaten im Bericht vor.

Über beste Zuverlässigkeitswerte können sich die Gäste der Rurtalbahn (RB21) zwischen Linnich und Heimbach freuen. Satte 97,7 Prozent (2018: 96,5 Prozent) aller Fahrten waren 2019 pünktlich und nur 0,6 Prozent (2018: 2,3 Prozent) der Züge fielen aus. Ein einfacher Grund: Die Linie muss sich ihr Gleisnetz mit keinen weiteren Zügen teilen, zudem gibt es einen Umstieg zwischen den Teillinien in Düren, bei dem Verspätungen aufgefangen werden können.

Für die Bördebahn (RB28), die derzeit wochentags im Zwei-Stunden-Takt und an Wochenenden sowie Feiertagen im Drei-Stunden-Takt zwischen Düren und Euskirchen verkehrt, gibt es noch keine Werte, da sie erst seit dem Jahreswechsel 2019/2020 in den offiziellen Vorlaufbetrieb übergegangen ist. Ab dem Jahr 2022 soll auf der Strecke ein durchgehender Stundentakt eingeführt werden. Auch weitere Haltepunkte, etwa in Distelrath und Zülpich, und eine Senkung der Fahrzeit sind geplant. Die Züge sollen dann 35 Minuten für die 30 Kilometer lange Strecke benötigen. Aktuell dauert die Fahrt in den Kreis Euskirchen noch 51 Minuten.

Hoffnungsträger RRX

Für die leidgeplagten Pendler im Ruhrgebiet gibt es jedoch auch Grund zur Hoffnung. Die ersten Linien, auf denen die neuen Züge des Rhein-Ruhr-Express (RRX) eingesetzt wurden, waren die des Regionalexpress 11 (Düsseldorf - Hamm - Kassel) und 5 (Wesel - Koblenz).

Beim RE11 ist die Pünktlichkeitsquote im vergangenen Jahr um nahezu 20 Prozent gestiegen, beim RE5 (Wesel - Koblenz) erhöhte sie sich um zehn Prozent, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Zum Fahrplanwechsel am 14. Juni sollten auch die Züge des RE1 durch die neuen Triebwagen des Betreibers Abellio ersetzt werden und als RRX1 fungieren. Doch aufgrund der Coronavirus-Krise fehlt es Abellio an Personal, so dass weiterhin mehrere Fahrten pro Tag von DB-Lokführern in den alten Triebwagen übernommen werden.

Zum Ende des Jahres 2020 sollen dann endgültig nur noch die neuen RRX-Züge auf der Strecke verkehren. Zuvor wurden zahlreiche Baumaßnahmen an den Bahnstrecken und Haltestellen der Region für die Modernisierung durchgeführt. Beim RE4 will der Betreiber ab 2021, National Express, neue Züge einsetzen.

Pünktlichkeit in NRW

Insgesamt hat sich die Pünktlichkeit im regionalen Zugverkehr in NRW 2019 nur leicht verbessert. Über das Jahr betrachtet hätten insgesamt rund 84,8 Prozent aller Fahrten ihr Ziel pünktlich erreicht. Im Jahr 2018 hatte die Pünktlichkeitsquote 83,7 Prozent betragen. Die wenigsten Verspätungen hatten 2019 die S-Bahnen, die zu fast 91 Prozent ihr Ziel pünktlich erreichten. Allerdings lagen die Pünktlichkeitsquoten von Regionalexpress-Linien, Regionalbahnen und S-Bahnen noch unter den Werten von 2017.

Als Hauptgrund für die Verspätungen nennt der Bericht das überlastete Schienennetz in Nordrhein-Westfalen. Verspätungen im Fahrtverlauf ließen sich nur selten wieder abbauen und bremsten auch andere Züge. Gründe für Zugausfälle seien die zahlreichen Baustellen sowie Personalengpässe bei den Eisenbahnunternehmen oder Fahrzeugstörungen gewesen.

Zustand der Bahnhöfe

Auch die Qualität der Bahnhöfe und Haltepunkte wurde bewertet nach Sauberkeit und Funktionalität. In der Region schnitten die meisten Stationen auf der dreistufigen Skala in der besten Kategorie ab.

In der mittleren Kategorie landeten Aachen-West, Aachen-Rothe Erde, Alsdorf-Poststraße, Langerwehe und der Mühlener Bahnhof in Stolberg. Als „nicht akzeptabel” wurde kein Bahnhof in der Region bewertet. Zudem sollen mehrere Stationen, besonders entlang der Hauptstrecken, in den kommenden Jahren aufgewertet und behindertengerechter gestaltet werden, so die Deutsche Bahn.