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Studie des Nahverkehrs Rheinland: Sieben Bahnhöfe in der Region mit Mängeln

Studie des Nahverkehrs Rheinland : Sieben Bahnhöfe in der Region mit Mängeln

Der Nahverkehr Rheinland bemängelt die Sauberkeit und fehlende Barrierefreiheit an den Bahnhöfen. Insgesamt hat sich die Situation der Stationen aber verbessert.

Die Bahnhöfe im Rheinland sind besser geworden. Zu diesem Ergebnis kommt der Nahverkehr Rheinland (NVR) in seinem Stationsbericht für das Jahr 2021. Bereits zum neunten Mal hat der NVR die Sauberkeit, den Zustand von Sitzgelegenheiten, aber auch die Barrierefreiheit untersucht und bewertet. Der Großteil der Bahnhöfe in unserer Region befindet sich bei der Bewertungsskala im „grünen Bereich“.

In der besten Kategorie (akzeptabel) landeten 2021 insgesamt 149 Stationen, dies entspricht einem Anteil von 75 Prozent. 2020 waren im grünen Bereich lediglich 126 Stationen (63 Prozent), wie der NVR am Donnerstag mitteilte. Der Aachener Hbf, aber auch Aachen-Rothe Erde und Aachen-Schanz werden in der besten Kategorie (akzeptabel/grün) bewertet. Das gilt ebenso für fast alle Bahnhöfe im Kreis Düren und im Kreis Heinsberg.

Die Anzahl der Bahnhöfe und Haltestellen mit nicht mehr akzeptablen Mängeln ist dementsprechend gesunken und befindet sich nun wieder auf dem Stand von 2019: Sie sank von zehn Prozent (21 Stationen) im Jahr 2020 auf vier Prozent (acht Stationen) im Jahr 2021. Die Anzahl der als „noch akzeptabel“ eingestuften Stationen ist ebenfalls gesunken, von 27 Prozent (53 Stationen) 2020 auf 21 Prozent (42 Stationen) 2021.

Der größte Handlungsbedarf besteht demnach an den Stationen Köln-Müngersdorf Technologiepark (79,28 Prozent) und Wegberg (80,24 Prozent). Den dritt- und viertletzten Platz belegen die beide von der RB 38 im Rhein-Erft-Kreis angefahrenen Stationen Quadrath-Ichendorf (80,39 Prozent) und Bergheim (Erft) (80,86 Prozent).

In die Kategorie gelb (noch akzeptabel) fallen in unserer Region folgende Bahnhöfe: Aachen-West, Eschweiler-Talbahnhof, Heinsberg-Oberbruch, Merzenich, Übach-Palenberg und Vettweiß. Gründe dafür sind vor allem Graffiti, fehlende Beleuchtung oder Probleme mit den Fahrkartenautomaten.

Generell kommt es laut NVR zu negativen Auswirkungen bei der Bewertung vor allem wegen mangelnder Sauberkeit. Auch wenn sich der Durchschnittswert bei den Graffiti im Zugangsbereich am deutlichsten verbessert hat (+13,7 Prozent) liegt der Wert immer noch bei lediglich 82,3 Prozent. Um den Verunreinigungen durch Graffiti entgegenzuwirken, haben sich Kunst-Graffiti als wirksames Mittel bewährt. So wurden beispielsweise im Herbst 2021 am Haltepunkt Duckterath in Bergisch Gladbach-Gronau die Treppenaufgänge neugestaltet. Schon in der Vergangenheit wurden an den Stationen Aachen-Rothe Erde und Geilenkirchen die Personenunterführung malerisch gestaltet, was der NVR positiv hervorhebt.

Der VRW lobt, dass in den vergangenen Jahren viele Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut wurden. Das liegt vor allem an den Umbauten vieler Stationen im Zuge der RRX-Ausbauten zwischen Rheydt und Aachen.

174 Stationen sind inzwischen stufenfrei erreichbar, nur 14 Stationen sind es nicht. Davon liegen allerdings zwei in unserer Region. Mit 1390 Einsteigern unter der Woche ist der Bahnhof Aachen-West der viertgrößte dieser nicht stufenfrei erreichbaren Bahnhöfe. Außerdem ist der Bahnhof Vettweiß nicht barrierefrei zu nutzen.

Von den 201 Stationen im NVR-Gebiet wurden im vergangenen Jahr insgesamt 199 von den NVR-Profitestern in Augenschein genommen und bewertet. Lediglich die Stationen Swisttal-Odendorf und Euskirchen-Kuchenheim (beide S 23) wurden aufgrund der Flutauswirkungen nicht erfasst.

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich, dass sich diesmal die Graffiti im Zugangsbereich und das Erscheinungsbild der Aufzüge (82,4 Prozent, plus 17,1 Prozent) stark verbessert haben. Demgegenüber haben sich die Funktionalität der Uhren im Zugangsbereich (84 Prozent, minus 6,3 Prozent) und die Funktionalität der Aufzüge (83,8 Prozent, minus 5,1 Prozent) besonders verschlechtert.

NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober freut sich, dass diesmal deutlich mehr Stationen in der besten Kategorie gelandet sind. „Dies zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen des NVR und der Stationsbetreiber Früchte tragen.“ Um weitere Verbesserungen zu erzielen, seien gerade Stationen aus dem nicht mehr akzeptablen Bereich in Modernisierungsprogramme aufgenommen worden. „Zudem haben wir mit der DB das Bahnhofsentwicklungsprogramm ins Leben gerufen“, sagte Reinkober.

(mgu)