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Aktionen von Klimaaktivisten: Sicherheitsdienst auf Kunstmesse Art Cologne ist „sensibilisiert“

Aktionen von Klimaaktivisten : Sicherheitsdienst auf Kunstmesse Art Cologne ist „sensibilisiert“

Die Art Cologne ist eine Institution auf dem internationalen Kunstmarkt. 2021 fand sie unter speziellen Bedingungen nach einer Corona-Pause statt – 2022 könnte weitere Normalität zurückkehren. Es werden auch mehr Aussteller erwartet.

Die Kölner Kunstmesse Art Cologne rechnet bei ihrer diesjährigen Ausgabe mit mehr Zuspruch als im Vorjahr. „Im letzten Jahr hatten wir 34.000 Besucherinnen und Besucher, vor der Pandemie waren es 55.000“, erklärte Direktor Daniel Hug zum Start der Messe am Mittwoch. „Ich denke, wir werden noch nicht wieder auf dieses Niveau zurückkommen, aber doch mehr Gäste begrüßen können als im vergangenen Jahr.“

Die Art Cologne ging einst aus dem 1967 gegründeten „Kölner Kunstmarkt“ hervor und ist die älteste Kunstmesse der Welt. Wegen der Corona-Pandemie hatte sie zeitweise eine längere Pause einlegen müssen. Im November 2021 war sie dann nach mehreren Verschiebungen zurückgekehrt. Beim Comeback beteiligten sich damals rund 150 Galerien – in diesem Jahr sollen es rund 190 sein.

„Durch die Pandemie haben sich natürlich Verschiebungen ergeben. So findet die Art Cologne wieder im Herbst statt und nicht wie in den vergangenen Jahren im Frühjahr“, erklärte Hug. Daran müssten sich alle erst noch gewöhnen. „Aber aus unserer Sicht hat der Herbsttermin einige Vorteile, die der Messe auf lange Sicht guttun werden.“

Nach Aktionen von Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten in Kunstmuseen ist der Sicherheitsdienst auf der größten deutschen Kunstmesse Art Cologne „sehr sensibilisiert“. Das sagte Direktor Hug. „Neben der auf der Art Cologne üblichen Taschenkontrolle setzen wir auch Scanner ein. Darüber hinaus ist es nicht erlaubt, Lebensmittel mit auf die Messe zu nehmen“, erläuterte er.

Sein Wunsch wäre, dass keine Aktivisten kämen - auch wenn er die Sorge um den Klimawandel teile. „Aber hier gibt es keine Glasscheiben“, sagte er. Der Schaden wäre daher ungleich größer und zerstörerischer. Sorgen mache er sich aber nicht, betonte der Direktor der Messe gleichwohl. Er glaube, dass Klimaaktivisten gezielt agierten. „Die gehen in Museen“, sagte er.

Kristian Jarmuschek, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien und Kunsthändler sagte zur Eröffnung der Messe, man gehe mit den Zielen von Klimaaktivisten mit - „aber nicht mit ihren Mitteln“. Sammler, Kunsthändler und Museumskuratoren arbeiteten an der zeitübergreifenden Erhaltung von Werken. „Das ist Nachhaltigkeit pur.“ Das sollte respektiert werden.

Aktivistinnen und Aktivisten hatten in den vergangenen Wochen mit ihren Aktionen viel Aufsehen erregt. Erst am Dienstag wurde das mit Glas geschützte berühmte Gemälde „Tod und Leben“ von Gustav Klimt im Wiener Leopold Museum mit Öl angeschüttet. Einer der Aktivisten klebte sich auch mit der Hand an das Schutzglas. Zuvor war unter anderem in der Londoner National Gallery Tomatensuppe in Richtung des berühmten Werks „Sonnenblumen“ des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh geworfen worden. Auch dieses Werk war durch eine Glasscheibe geschützt.

(dpa)