Maastricht: Sexaffäre für Bistum Roermond ohne Folgen

Maastricht: Sexaffäre für Bistum Roermond ohne Folgen

Das Bistum Roermond muss der langjährigen Geliebten des Gulpener Propstes Joseph „ Joep” Haffmans keinen Schadensersatz zahlen. Dies hat ein Gericht in Maastricht entschieden.

Die Frau hatte nach einem Bericht des „Limburgs Dagblad” zwischen 1995 und 2004 ein Verhältnis mit dem Geistlichen. Nach dem Ende der Beziehung erhob sie schwere Vorwürfe gegen den Kirchenmann. So soll er sie mit Herpes infiziert, sie misshandelt und mit dem Tod bedroht und sie in die Veruntreuung von Kirchengeldern hineingezogen haben.

Vor dem Gericht in Maas­tricht klagte die Frau auf Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro. Sie machte das Bistum verantwortlich für die Taten von Haffmans. Dieser Auffassung folgte das Gericht nicht. Vor allem die Dauer der Beziehung deute mit neun Jahren nicht auf sexuellen Missbrauch hin. Für alle anderen Anschuldigungen gebe es keine Beweise.

Die Veruntreuung der Kirchengelder schließlich sei inzwischen verjährt. Der Anwalt der Klägerin schloss nicht aus, in Berufung gehen zu wollen. Dechant Joep Haffmans war 2006 unter anderem wegen Veruntreuung von fast zwei Millionen Euro aus der Armenkollekte verhaftet worden. Er erlag am 28. Juli 2007 einem Herzinfarkt, bevor es zu einer Gerichtsverhandlung gekommen war.