Düsseldorf: Sechsfache Mörder sagen in Meineid-Prozess aus

Düsseldorf: Sechsfache Mörder sagen in Meineid-Prozess aus

Mehr als zwölf Jahre nach der verheerenden Explosion in einem Düsseldorfer Mietshaus mussten zwei sechsfache Mörder in dem Fall erneut vor Gericht - als Zeugen. In dem Verfahren vor dem Düsseldorfer Amtsgericht geht es um die Frage, ob eine Zeugin in dem spektakulären Strafprozess einen Meineid geleistet hat.

Sie soll von einem der Männer den Auftrag erhalten haben, das Tatwerkzeug - eine blaue Rohrzange - verschwinden zu lassen. Beide zu lebenslanger Haft verurteilten Männer versicherten am Donnerstag, ein solches Gespräch habe es nie gegeben. Das hatte auch die Angeklagte beteuert.

Der Hausbesitzer soll die Angeklagte kurz nach der Explosion im Sommer 1997 aufgefordert haben, die Zange aus seiner Garage verschwinden zu lassen. Der Mann hatte in der Düsseldorfer Krahestraße sein verlustreiches Mietshaus mitsamt den schlafenden Mietern von seinem Komplizen, einem Dachdecker, in die Luft sprengen lassen. Der Dachdecker hatte mit der Zange die Gasleitung im Keller geöffnet. Das Haus wurde völlig zerstört, sechs Bewohner starben, zwei wurden schwer verletzt.

In dem Mammutverfahren, das sich über Jahre hinzog, wurde der Hausbesitzer 2008 rechtskräftig zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Als er seine Strafe antreten sollte, war er untergetaucht. Eher zufällig hatten ihn Polizisten im vergangenen April in Hessen als „hilflose Person” aufgelesen und schließlich als den Gesuchten identifiziert.

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