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Coronaschutz-Verordnung: Schüler beklagen späte Erlaubnis für Abi-Partys

Coronaschutz-Verordnung : Schüler beklagen späte Erlaubnis für Abi-Partys

Schülerinnen und Schüler in NRW haben dem Land zu spätes Handeln bei der Regelung von Abi-Partys vorgeworfen. „Wir hätten uns eine transparentere und frühere Entscheidungsfindung gewünscht“, sagte Sophie Halley, Vorstandsmitglied der Landesschüler*innenvertretung NRW.

Seit Samstag sind nach der neuen Coronaschutz-Verordnung unter Auflagen Abschluss- und Abi-Partys in NRW erlaubt. Gemeint sind damit aber keine Abi-Bälle mit Eltern, Geschwistern und weiteren Verwandten. Das Land erlaubt den Abschlussklassen lediglich innerhalb der Stufe zu feiern.

Nach dem Verbot von Großveranstaltungen seien die geplanten Abi-Bälle mehrheitlich abgesagt worden. „Jetzt hätte man doch feiern können. Jetzt ist es aber zu spät“, sagte Halley.

Die Partys müssen entsprechend der Verordnung mindestens zwei Tage vorher bei den Gesundheitsbehörden angemeldet werden. Diese können die Feiern bei einem lokalen Coronavirus-Ausbruch auch verbieten. Halley kritisierte, dass andere Partys und Feste mit bis zu 50 Teilnehmern keine Anmeldung bei den Gesundheitsämtern benötigten, aber „Abipartys, auch kleiner als 50, müssen zum Gesundheitsamt“. Das sei keine Gleichbehandlung. Allerdings sind Stufen mit weniger als 50 Prüflingen sehr selten.

Maike Finnern, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, hält die Erlaubnis der Landesregierung ohnehin für unglücklich. „So sehr ich den Abschlussklassen das Feiern gönne, so sehr halte ich es in der jetzigen Lage für falsch“, sagte sie – gerade mit Blick auf das Infektionsgeschehen in Gütersloh. Wer, so fragt Finnern, würde denn kontrollieren, dass wirklich nur Angehörige der Jahrgangstufe zu der Party kämen und nicht noch weitere Freunde anderer Schulen? Sie hält solche Feiern derzeit für riskant.

(dpa/mgu)